Zeitenwende im Schloss Mirabell: Gestern, genau 79 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs, übernahm bei der Angelobung wieder ein SPÖ-Politiker den Bürgermeistersessel. Erstmals wurde in Salzburg zudem ein kommunistischer Vizebürgermeister angelobt. Das geschichtsträchtige Datum war Thema in den Reden von SPÖ- und Bürgerlisten-Vertretern.
Nach der Rede von Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP), der die Angelobung der Stadtregierung vorgenommen hatte, und ersten Worten des Bürgermeisters war es mit der Feierstimmung aber schnell vorbei und die Causa prima der vergangenen Tage stand wieder im Mittelpunkt. Wie berichtet hatte ÖVP-Vizebürgermeister Florian Kreibich das Arbeitsprogramm der Stadtregierung nicht unterschrieben. Als Retourkutsche entzog Auinger Kreibich gleich in der ersten Sitzung die Eigentümervertretung für die Stadt-Tourismusgesellschaft.
Kreibich sieht einen „Affront erster Klasse“
Diese steht dem Stadtchef zu, als Zugeständnis in den Verhandlungen hatte sie Auinger dem ÖVP-Chef aber übertragen. Den jetzigen Schritt begründet Auinger mit mangelndem Vertrauen durch die fehlende Unterschrift. Für Kreibich ist das ein „Affront erster Klasse“. „Es erinnert mich an eine Faschingsfeier im Kindergarten. Wenn das die Vorhut für die politische Zusammenarbeit ist, dann gute Nacht“, ärgert sich Kreibich im „Krone“-Gespräch.
Zu Beginn der Festsitzung war die Stimmung noch deutlich besser. Auinger konnte viele Festgäste begrüßen, darunter vier Altbürgermeister. Von den Religionsgemeinschaften fehlte ausgerechnet die katholische Kirche. Die Salzburg AG war mit beiden Vorständen und der Verkehrsgesellschaft vertreten.
„Für mich ist es der schönste Job, den ich mir vorstellen kann“, war Auinger am Ziel seiner Wünsche. Haslauer würdigte die Verdienste seines Freundes Harald Preuner und stellte die Stadtregierung auf ein unbefriedigendes Dasein ein: „Es ist eine Illusion zu glauben, dass man alle Menschen in dieser Stadt glücklich machen kann, dennoch muss man es Tag für Tag versuchen.“ Für Haslauer ist das die „Tragik des politischen Daseins.“
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