Wildes Offroad-Pferd

Ford Bronco: Freiwillige Selbstbeschränkung

Motor
22.05.2024 23:51

Bei Ford haben sie‘s mit den Pferden. Den Mustang kennt man ja – mittlerweile auch elektrisch. Aber Ford hat noch ein zweites Wildpferd im Programm: den Bronco. Die beiden Begriffe werden manchmal synonym verwendet, auch wenn das nicht ganz richtig ist. Beim Ford Bronco kommt aber keine Verwechslungsgefahr auf, dafür der Ruf nach freiwilliger Selbstbeschränkung, denn Grenzen kennt er nicht viele.

(Bild: kmm)

Gemeinsam haben Mustang und Bronco aber, dass es keine normalen Autos sind und dass sie eine lange Geschichte in den USA haben. Die des Bronco hat allerdings 1996 nach 30 Jahren geendet, ohne dass wir in Europa davon was mitbekommen haben. Die neue Generation gibt’s jetzt auch bei uns. Und zwar mit einem 335 PS starken Biturbo-V6, Leiterrahmen und Starrachse hinten. Ein echter Offroader also.

Wobei, da muss man unterscheiden: Es gibt die Version Badlands mit Differenzialsperren an beiden Achsen. Das ist der ganz echte Offroader. Und dann gibt‘s den Outer Banks, mit dem wir unterwegs waren. Immer noch mächtig und auch der kommt im Gelände weiter, als die meisten ihm zumuten werden. Über 23 Zentimeter Bodenfreiheit, 80 Zentimeter Wattiefe und wirklich brauchbar kurze Überhänge helfen schon weiter.

(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Stephan Schätzl)

Über Kuppen drüber könnte es nur wegen des Radstands von fast drei Metern eng werden. Beim Wendekreis auch. Der beträgt 12,21 Meter zwischen Bordsteinen, also zwischen Mauern oder Felsen noch mehr. Im Gelände hilft aber ein spezieller Modus, der den Wendekreis per Bremseingriff verringert. Und das macht richtig Spaß (siehe Video!).

Die Optik ist nicht nur offroadmäßig, sondern auch wirklich liebevoll gemacht. Der Bronco erinnert an seinen Ahnen von vor 30 Jahren. Der Kofferraum öffnet zweigeteilt. Zuerst geht die untere Hälfte mit dem Reserverad wie eine normale Tür auf, dann kann man das Oberteil nach oben klappen. Wenn man es schafft, die Last so weit hochzuwuchten, kann man dann über 500 Liter einladen, oder dachhoch 820 Liter. Wenn man umklappt, sind es 1,8 Kubikmeter.

Ein Platzproblem gibt es auch auf der Rückbank nicht. Kein Wunder in einem 4,80 Meter langen Kasten.

(Bild: Stephan Schätzl)

Digital – aber mit analogem Tacho!
Vorn auch nicht. Und ein Problem mit empfindlichen Materialien ebenso wenig. Hier geht es angemessen grob zu. Im besten Sinne. Massives Plastik, senkrechtes Armaturenbrett, kräftige Haltegriffe. Als könnte man ihn auskärchern. Kann man natürlich nicht. Echte Tasten und Drehregler, dazu ein imposanter Automatikwählhebel, ein Auto wie früher.

Im Handschuhfach findet man sogar Werkzeug – damit kann man den Bronco oben herum zerlegen und volles Open-Air-Feeling genießen: Das Dach ist in vier Teilen herausnehmbar, auch die Türen. Auf öffentlichen Straßen sollte man sich dann aber nicht erwischen lassen.

(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Stephan Schätzl)

Und trotzdem ist der Bronco sehr digital: Am Zwölf-Zoll-Touchscreen mit Sync-4-Betriebssystem wird man nicht viel vermissen. Offroad-Anzeigen, 360-Grad-Kamera usw., alles da. In Sachen Assistenzsysteme fehlt nur ein Spurführungsassistent – wobei, nein, von fehlen kann keine Rede sein. Besonders freuen wird Freunde des klassischen Autofahrens, dass hinter dem Lenkrad nicht nur das übliche Display sitzt, sondern auch ein analoger Tacho mit Skala und Zeiger.

Volle Kraft voraus!
Der Motor des Bronco ist von der mächtigen Sorte: ein 2,7-Liter-Biturbo-V6-Benziner mit 335 PS und bei 3100/min. 563 Nm. Damit bringt er seine 2214 DIN-Kilogramm via Zehngang-Automatik in 6,7 Sekunden von null auf 100 km/h. Würde ihn nicht die Elektronik dran hindern, würde er deutlich schneller laufen als 161 km/h. Bei dem Tempo wird man ziemlich abrupt eingebremst. Freiwillige Selbstbeschränkung, sozusagen.

Das geht aber in Ordnung, weil das Fahrwerk von der schaukeligen Sorte ist, dafür eben auf offroad ausgelegt. Die Lenkung fühlt sich exakter an als in einem Jeep Wrangler, kurvige Bergstraßen wird man aber eher meiden und vielleicht versuchen, dazwischen abzukürzen.

Gegen höheres Tempo spricht auch die Geräuschentwicklung: Es ist laut im Ford Bronco, vor allem weil die beweglichen Dachteile pfeifen. Gut, dass das starke B&O-Soundsystem serienmäßig ist.

Ford gibt als WLTP-Verbrauch 13,4 l/100 km an. Wenn man Stadtverkehr meidet, kann man diesen Wert leicht unterbieten. In der City werden es hingegen schnell mal 17 Liter.

(Bild: Stephan Schätzl)

Die Preise
Ab 103.000 Euro ist der Ford Bronco Outer Banks zu haben. Der Badlands kommt auf 115.000 Euro, bringt aber auch extremere Geländequalitäten, einen aufwendigeren Allradantrieb und diverse Fahrmodi mit.

Fahrzit:
Der Ford Bronco ist etwas für zweierlei Einsatzgebiete: offroad und City. Vordergründig ist er perfekt fürs Gelände geeignet, allerdings sollte man sich dann den Badlands gönnen. Andererseits wird man ihn in der Stadt antreffen, trotz Riesen-Wendekreis. Die Kids werden es cool finden, damit in die Schule oder zum Fußballtraining gebracht zu werden. Wenn sie nicht gerade Fans der letzten Generation sind.

Auf kurvigen Landstraßen oder auf der Autobahn wird man mit ihm keine Freude haben. Wo er sich sicher auch gut macht: Als Drittwagen in der Hauseinfahrt.

(Bild: Stephan Schätzl)

Warum?
Echtes Offroad-Vergnügen
Tradition schön ins Jetzt geholt

Warum nicht?
Auf Asphalt muss man sich schon sehr bewusst für ihn entscheiden

Oder vielleicht ...
... Jeep Wrangler, Ineos Grenadier

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(Bild: kmm)



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