
Ich schätze den Bundesschatz. Deshalb habe ich zuletzt am 3. September ein Comeback dieser Sparform gefordert, bei der man der Republik Geld borgt – und dafür Zinsen lukriert. Mit der Neuauflage sind wir endlich in der digitalen Welt angekommen: Die Abwicklung über Smartphone funktioniert rasch, reibungslos und kinderleicht.
Damit hat es sich mit dem Lob schon wieder. Es ist nämlich noch nicht alles Gold, was glänzt. Aus zwei Gründen.
Erstens: der Name. Auch wenn sich der Boss der Bundesfinanzierungsagentur bei der Präsentation noch so bemühte, frei nach einem Gollum-Zitat aus „Der Herr der Ringe“ die Worte „Mein Schatz“ ins Mikrofon zu röcheln – ein Schatz wäre es dann, wenn der Bund unser Geld in Gold anlegt. Wenn er also den Goldstandard wiederbelebt und uns wirksam vor Inflation schützt.
Schatz mit Bindung und ohne Zinsen
Bei der vorliegenden Variante handelt es sich bloß um einen Schuldschein, den Anleger vom Staat direkt erwerben. Statt einer Einlagensicherung haftet die Republik. Doch der wurde 2021 die beste Bonitätsstufe, das Triple-A-Rating, entzogen.
Zweitens: die Zinsen. Mit den kleinlichen 2,5 bis 3,5 Prozent reiht sich der Staat beim „Bundesschatz“ in die Riege jener Angebote ein, die unter dem Leitzins der Euro-Zone von 4,5 Prozent liegen. So wird aus dem Sparlohn ein Sparhohn.
De facto wäre die Zeit reif für eine weltweite Innovation: für einen reinen Bundes-Goldschatz. Mit Bindung. Ohne Zinsen. Wetten, dass sich das lohnt?
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