Obwohl der Fachkräftemangel den heimischen Unternehmen große Sorgen macht, ging im Vorjahr die Zahl der Lehrbetriebe in Oberösterreich zurück. Was steckt dahinter? Das wollten wir wissen und erfuhren dabei auch, welche Betriebe nun jetzt ganz neu damit anfangen, Jugendliche auszubilden.
Von 5444 Ausbildungsbetrieben in Oberösterreich ging die Zahl im Vorjahr auf 5315 zurück. Wie das passieren kann, wo doch der Ruf nach Fachkräften so laut wie noch nie zu sein scheint? „Manche bekommen einfach keine Lehrlinge und können so auch niemanden ausbilden“, erklärt Doris Hummer.
Zugleich stellt die Präsidentin der Wirtschaftskammer Oberösterreich aber auch fest, dass Unternehmen in Sachen Lehrlingsausbildung jetzt erst so richtig durchstarten: „Das Interesse steigt – zum Beispiel im Bereich der Banken und Versicherungen.“ Doch nicht nur in der Welt der Zahlen bewegt sich etwas, auch ein Automationsspezialist wird nun erstmalig zum Lehrbetrieb: B&R!
Drei Berufe in der Startphase
„Wir steigen im Herbst in die Lehrlingsausbildung ein“, verriet mit Angelika Voit die Personalchefin von B&R Österreich zuletzt. Zu Beginn legt das Unternehmen aus Eggelsberg mit drei Berufen los: Betriebslogistik, IT-Systemtechnik, sowie Anwendungsentwicklung und Programmierung.
Warum man den Schritt macht? „Wir hatten einen unheimlichen Zulauf von den HTLs“, so Chef Jörg Theis, der verrät: „Diese Quelle trocknet etwas aus. Deshalb müssen wir anfangen, links und rechts zu suchen und haben gesagt, jetzt tun wir etwas und bilden auch selbst aus.“
AMAG lockt mit dem „süßesten Lehrberuf“
Von der Metall- und Schweißtechnik bis hin zu Installations- und Gebäudetechnik sind die Möglichkeiten bei der AMAG breit gefächert. Jetzt bildet der Aluerzeuger aber auch Koch- und Konditor-Lehrlinge aus. Wie das möglich wird? Das firmeneigene Restaurant wurde ausgebaut, mit Reinhard Stockinger schupft nun ein erfahrener Gastronom den Betrieb, im Team steckt geballte Erfahrung. Die AMAG freut sich über diese Weiterentwicklung und lockt mit dem „süßesten Lehrberuf“.
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