Ein 70-jähriger Kärntner hatte Prozess gegen sich für beendet erklärt. Jetzt klickten für ihn und eine weitere „Preußin“ die Handschellen.
Vor zwei Wochen hatte ein Pensionist Gerichtskiebitze etwas ratlos zurück gelassen. Der Ex-Prokurist einer großen Firma hätte sich, wie mehrere Komplizen, als Mitglied des „Bundesstaats Preußen“ wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt vor Richterin Michaela Sanin verantworten sollen. Während etwa eine Villacher Unternehmerin sofort bekannte, dass sie die Todesdrohungen gegen eine Staatsanwältin bereue, war der Mann nicht bereit, sich auf irgendwelche Diskussionen einzulassen. Im Gegenteil: Er verteilte munter seine staatsfeindlichen Pamphlete im Gericht und erklärte dann den Prozess für beendet. Und ging.
Nun hinter Gittern
Niemand hielt ihn auf, was doch etwas überraschte. Erst diese Woche wurde er verhaftet. „Gegen ihn wurde wegen Tatbegehungs-, Verdunkelungs- und Fluchtgefahr die Untersuchungshaft verhängt“, so Gerichtssprecher Christian Liebhauser-Karl. Vielleicht trägt ja ein Weilchen hinter Gittern dazu bei, den erbitterten Staatsverweigerer einsichtiger zu machen.
Gleiches gilt für eine 31-jährige „Preußin“, die ebenfalls in Haft ist. Was macht diese Gruppe eigentlich so gefährlich? Die Kärntner Mitglieder werden sektenartig von einem Anführer in Slowenien gesteuert; sie terrorisieren Ämter und Menschen mit Forderungen, schrecken vor Drohungen mit einer Todesstrafe nicht zurück. Und da einige von ihnen Waffen haben, ist Vorsicht geboten.
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