Eklat im Landtag

Ktn: Landesrätin als “fachliches Hascherl” verhöhnt

Österreich
19.06.2012 14:33
"Fachliches Hascherl" und "perfide Lügnerin" - diese beiden Bezeichnungen, der SPÖ-Landesrätin Beate Prettner an den Kopf geworfen, haben am Dienstag im Kärntner Landtag eine Diskussion über die Errichtung einer 110-kV-Leitung in einem Eklat enden lassen. Nachdem Prettner unter anderem von Landeshauptmann Gerhard Dörfler derart unfreundlich tituliert worden war, verließ sie verärgert die Sitzung.

Vor Journalisten forderte Prettner umgehend eine Entschuldigung. Doch Landeshauptmann Dörfler denkt offenbar nicht daran. Nach der Sitzung bezeichnete er Prettner erneut als "inkompetent". Sie sage zudem die Unwahrheit, sei daher "eine Lügnerin".

In der Frage der Starkstromleitung beweise die Landesrätin als Energiereferentin seit 2010 ihre Inkompetenz. Zudem habe sie ihm als Regierungschef Vorwürfe gemacht, obwohl die Causa in ihrer alleinigen Kompetenz liege. Dörfler: "Ich sehe daher keinen Grund für eine Entschuldigung, im Gegenteil, eigentlich müsste sich die Landesrätin Prettner entschuldigen."

"Ich habe es nicht notwendig, mich in einem verunglückten Wortspiel als 'peinliche Prettner' oder als 'fachliche Katastrophe' verunglimpfen zu lassen, dieses Niveau ist einer Landesregierung unwürdig", empörte sich hingegen Prettner. "So lasse ich mich als Mensch, als Frau und als Regierungsmitglied nicht behandeln."

Nächstenliebe und Kooperation zu predigen, dem Dalai Lama zu huldigen, das sei das eine, diesmal habe sich die andere Seite gezeigt, "unbeherrscht, verletzend und aggressiv gegenüber Frauen".

SP: "Eines Landeshauptmannes nicht würdig"
Prettners SPÖ-Regierungskollege Landeshauptmann-Stellvertreter Peter Kaiser meinte, er habe nach dem Exodus der Landesrätin aus der Sitzung von Dörfler und Landesrat Harald Dobernig (ebenfalls FPK) eine Entschuldigung verlangt, diese sei jedoch verweigert worden. Daher habe auch er die Sitzung verlassen.

Kaiser betonte, dass man ohnehin nicht jedes Wort auf die Goldwaage lege, dass sich aber Dörfler derart im Ton vergreife, sei eines Landeshauptmannes nicht würdig.

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