Während sich die Kärntner Volkspartei im Jahr 2024 der Arbeit für die nächsten Generationen verschrieben hat, hat auch der Koalitionspartner SPÖ einen passenden Vorschlag für Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung dazu.
Wie berichtet, will sich die ÖVP ganz unter dem Motto „Politik für die nächsten Generationen“ im kommenden Jahr auf die Themen Standortentwicklung, das Schaffen der Energiewende und auf Strukturreformen fokussieren. Weil „auch unsere Kinder und Enkelkinder eine gute Perspektive für ihr Leben in Kärnten vorfinden sollen“, erklärte VP-Chef Martin Gruber bei einer Pressekonferenz am Dienstag.
SPÖ nimmt Wirtschaft in die Pflicht
Und genau da schaltete sich der Koalitionspartner ein: Die SPÖ nimmt beim Ausbau der flexiblen Kinderbetreuung nämlich die Wirtschaftskammer (WK) und Industriellenvereinigung (IV) in die Pflicht. Nachdem im Vorjahr das neue Kärntner Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz (KBBG) in Kraft getreten ist, erwarten sich die Roten auch von den Sozialpartnern ähnlichen Einsatz.
Auf Basis eines Beschlusses des Landesparteivorstands fordern LH Peter Kaiser und seine SPÖ die WK und die IV dazu auf, die betriebliche Kinderbildung und die Betreuung auszubauen - ganz nach dem Tiroler Vorbild! Dort wurden vergangenes Jahr in der Wirtschaftskammer eine eigene Beratungsstelle und ein Praxisleitfaden zur Realisierung solcher betrieblichen Einrichtungen eingeführt. Offenbar mit Erfolg, denn dort gibt es mittlerweile rund 30 davon. Und die SPÖ meint es ernst. „Um unserer Forderung Nachdruck zu verleihen und WK sowie IV entsprechend verbindlich in die Pflicht zu nehmen, wird es auch entsprechende Initiativen geben“, kündigt Landesgeschäftsführer Andreas Sucher an. „Was für Tirol gut und richtig ist, kann für die Wirtschaftskammer Kärnten nicht falsch sein“, macht Sucher Druck.
Wirtschaftskammer „erstaunt“ über Vorwürfe
Am Rande einer Pressekonferenz reagierte nun die Vize-Präsidentin der Wirtschaftskammer Kärnten Astrid Legner auf die Vorwürfe der Sozialdemokraten: „Es erstaunt uns schon sehr, dass uns die SPÖ über die Medien ausrichten lässt, dass sich die Wirtschaftskammer nun um die Kinderbetreuung kümmern soll, obwohl sämtliche Anmerkungen unsererseits, die Kammer bei Experten-Kreisen und Gesprächen mit einzuladen, bisher in den Wind geschlagen wurden!“
Legner kündigte ebenfalls die Mitarbeit der Kammer beim Thema Kinderbetreuung an: „Aber es müssen schon auch die Rahmenbedingungen der Kärntner Wirtschaft berücksichtigt werden.“ Denn in Kärnten gibt es hauptsächlich kleinere und mittelgroße Betriebe, bei denen ein Betriebskindergarten schwer umsetzbar wären.
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