Das Land Vorarlberg lässt im heurigen Jahr 170 Millionen in den Straßen- und Hochbau fließen. Das soll die angeschlagene Baubranche stärken. Investiert wird vor allem in Gesundheitsinfrastruktur und Bildung.
Es sind 170 Millionen Euro, die das Land heuer in diverse Bauprojekte steckt, das sind um zehn Millionen mehr als im Vorjahr, erklärte Markus Wallner am Dienstag dazu: „Eine gute Nachricht für die Bauwirtschaft.“ Die Bauwirtschaft kann wohl wirklich jeden Cent Investition gebrauchen, leidet die Branche doch schon seit Monaten unter einer gehörigen Flaute. Fraglich ist nur, ob die Zehn-Millionen-Steigerung im Vergleich zum Vorjahr tatsächlich zum Rettungsanker taugt.
Campus soll besonders attraktiv werden
Investiert wird jedenfalls im Bereich Hochbau in den weiteren Ausbau und die Sanierung der Spitäler - Stichwort Erwachsenenpsychiatrie Rankweil - und in den Bildungssektor. Hier geht es vor allem um den Ausbau der Fachhochschule und des Campus Vorarlberg, der Wallner ziemlich am Herzen liegt: „Wir wollen einen besonders attraktiven Campus forcieren samt dazugehöriger Forschung und Studentenheim“, erklärte der Landeshauptmann.
Was die Krankenhäuser betrifft, ist mit dem Umbau in Rankweil dann eine ganze Serie an substanzieller Sanierungen abgeschlossen.
Wir investieren heuer zehn Millionen mehr als im Vorjahr, eine gute Nachricht für die Bauwirtschaft.
Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP)
Im Bereich Straßenbau steht natürlich die viel diskutierte und immer wieder stark kritisierte Tunnelspinne Feldkirch am Umsetzungsprogramm. Zudem müssen Straßen Brücken (Vorarlberg hat davon nicht weniger als 614) saniert werden. Auch dieser Bereich sei ein wesentlicher Faktor für die Standortentwicklung, meinte Wallner.
Kontinuierliches Investitionsprogramm
Auch der zuständige Landesrat Marco Tittler sprach in Zusammenhang mit einer leistungsfähigen Infrastruktur von einem wesentlichen „Asset“. Gerade in Zeiten der abgekühlten Konjunktur müsse man die „Investitionen in die Infrastruktur“ hochhalten. Dabei betonte er, dass die Baupolitik nicht auf Spitzen ausgelegt sei, sondern ein mehrjähriges kontinuierliches Investitionsprogramm vorsehe.
Gerade in Zeiten abgekühlter Konjunktur muss man Investitionen in die Infrastruktur hochhalten.
Landesrat Marco Tittler (ÖVP)
Njet von Wallner zu Landes-Wirtschaftszone
Am Rande der Präsentation wurde auch die Neos-Forderung nach einer Landes-Wirtschaftszone für Vorarlberg thematisiert. Landeshauptmann Markus Wallner erteilte der Idee eine deutliche Absage. Für Vorarlberg sei ein solches Instrument „unbrauchbar“, denn es würde lediglich den Preisdruck auf Grund und Boden erhöhen. „Vorsicht bei solchen Rezepten, die vielleicht im Ruhrgebiet funktionieren“, erklärte Wallner. In Vorarlberg gäbe es keine solchen großen Flächen.
Die Vertreter unterschiedlicher Interessen würden sich auch weiter um die Bodennutzung streiten müssen - so wie bisher. Auch Landesrat Tittler sieht keinen Bedarf für eine solche Zone und verwies darauf, dass man sich künftig wohl eher verstärkt Gedanken über Logistikflächen im Land machen müsse. Das sei „wirklich Thema“.
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