04.05.2012 16:55 |

Laufend verbessert

Wissenswertes zur Pille: Verhütung ist Frauensache

73 Prozent aller heimischen Paare verhüten laut Österreichischem Frauenbericht. Die Anti-Baby-Pille ist nach wie vor das bekannteste und beliebteste Verhütungsmittel (46,3 Prozent), gefolgt vom Kondom (27,5 Prozent) und der Kupfer- bzw. Hormonspirale (13,7 Prozent). Seit ihrer Einführung wird die Pille laufend verbessert. Nun ist ein weiterer Durchbruch gelungen.
Artikel teilen
Drucken
Kommentare
0

"Die erste Pille kam in den 1960er-Jahren auf den Markt. In den 70ern erkannte man, dass aufgrund zu hoher Östrogendosen Thrombosen begünstigt werden", erklärte Univ.-Prof. Dr. Christian Egarter, Leiter der Klinischen Abteilung für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin an der Uni-Frauenklinik im Wiener AKH, auf einer Pressekonferenz. Um mögliche Nebenwirkungen zu verhindern, wurde seitdem kontinuierlich die Dosis der Hormone gesenkt.

"In den 80ern fand man heraus, dass die Pille das Risiko für Gebärmutter- und Eierstockkrebs senkt", so der Experte. Heutzutage gibt es außerdem spezielle Präparate, die zum Beispiel Akne verbessern oder Regelbeschwerden lindern. "Eine neue Pille zeigt Studien zufolge günstige Wirkungen in Bezug auf den Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel", berichtet Prof. Egarter. Wissenschaftler arbeiteten außerdem seit Jahrzehnten daran, das synthetische Östrogen (Bestandteil jeder kombinierten Pille), welches für einige Nebenwirkungen (z.B. Übelkeit, Migräne, Brustspannen) verantwortlich ist, durch körpereigenes Östrogen zu ersetzen. Nun ist dieser Durchbruch gelungen.

Richtige Einnahme wichtig für Wirkung
Zu den hormonellen Verhütungsmitteln zählen übrigens neben der Pille auch die Minipille, die Drei-Monats-Spritze, Verhütungsstäbchen/Hormonimplantat, Hormonspirale, Vaginalring und Verhütungspflaster.

Alle Methoden sind effektiv, vorausgesetzt, sie werden richtig angewendet. "Mittlerweile weiß man, dass das Hormonimplantat, aber auch die Hormonspirale sogar sicherer ist als die Sterilisation der Frau", so Prof. Egarter. Frauen, die keine Hormone einnehmen möchten, wird zumeist die Kupferspirale oder das Verhütungskettchen empfohlen.

"Durch die Verhinderung ungeplanter Schwangerschaften könnten übrigens hohe Kosten im Gesundheitsbereich eingespart werden. Deshalb sollte überlegt werden, ob nicht ein Kostenersatz für Frauen bis zum 18. Lebensjahr – wie in anderen europäischen Ländern längst üblich – sinnvoll wäre", schlägt der Experte vor.

Vitaminmangel durch die Pille
Frauen, welche viele Jahre die Pille nehmen, leiden häufig an Stimmungsschwankungen, Antriebsmangel, Gereiztheit und depressiven Verstimmungen. "In manchen Fällen kann die Ursache dafür ein Mangel an B-Vitaminen sowie von Magnesium und Zink sein", berichtet Gynäkologin Univ.-Prof. Dr. Doris Gruber von der Uni-Frauenklinik am AKH Wien über das Ergebnis einer neuen österreichischen Studie. Die Daten wurden in Praxen niedergelassener Gynäkologen erhoben. Betroffene Patientinnen erhielten drei Monate lang gezielt Vitamine und Mineralstoffe verabreicht. Nach diesem Zeitraum hatte sich das psychische Wohlbefinden der Frauen stark verbessert.

Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Donnerstag, 20. Jänner 2022
Wetter Symbol