Zündelte vor Parlament

Boxer drohte Präsident mit Genitalverstümmelung

Gericht
14.12.2023 18:00

Damit „sein Fall“ nicht vertuscht wird, wollte ein Wiener (26) die Aufmerksamkeit der hohen Politik erwecken. Als Mittel dafür nutzte der psychisch kranke Mann Feuer und grausige Mails. Am Donnerstag entschied ein Schöffensenat: Der Betroffene wird in einem forensisch-therapeutischen Zentrum untergebracht.

„Ich bin in einen Fall verwickelt. Der ist bis in die hohe Politik gegangen. Es geht um sehr viel. Daher wollte ich Aufmerksamkeit erwecken“, leitet der Betroffene im Wiener Landl ein. Der „Fall“ sei der Grund, warum er am 28. August via Instagram Bundespräsident Alexander Van der Bellen bedrohte und am 17. September eine E-Mail an Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka schrieb. Beiden Politikern drohte der Thaiboxer mit Genitalverstümmelung.

Anwalt: „Traurige Geschichte“
Im Gericht sagt Anwalt Andreas Strobl, dass sein Mandant nie vorhatte, dies in die Tat umzusetzen. Es sei eine „traurige Geschichte“ - in die Prozessbeobachter Einblick bekommen: „Ich hab mir beim Sport ein Cut geschlagen. Im Spital haben sie mir dann Blut aus dem Kopf gestohlen, weil ich starkes Blut habe. Um Medikamente daraus zu machen.“

Auch sei sein Sohn, der nicht als sein leiblicher Sohn anerkannt werde, zweimal entführt worden. „Die Sache ist komplex. Da wurden Leute gegen mich gehetzt.“

Brandanschlag aufs Parlament
Gutachter Siegfried Schranz attestierte eine wahnhafte Störung. Der Wahn trieb den 26-Jährigen offenbar dazu, im Sommer einen brennenden Altpapiercontainer vor einen Seiteneingang des Parlaments zu schieben. Das Benzin dafür habe er zuvor bei der Tankstelle gekauft. Die „Krone“ berichtete im Juni über den Vorfall, bei dem niemand verletzt wurde.

Medikamente gegen die Schizophrenie will der Wiener nicht nehmen: „Ich bin nicht krank“, beteuert er. Der Schöffensenat sieht dies anders und entscheidet auf Unterbringung in einem forensisch-therapeutischen Zentrum auf unbestimmte Zeit.

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