Ein Kindergarten in Niederösterreich verhängte für den Nikolaus zuerst ein Hausverbot, bis es der Bürgermeister kurz darauf aufhob. Wie sieht das in Oberösterreich aus: Kommt der Nikolaus noch in unsere Volksschulen, oder ist der Brauch veraltet? Die „Krone“ machte einen Rundruf.
Hausverbot für den Nikolaus? In einem niederösterreichischen Kindergarten hieß es zunächst, er dürfe heuer nicht kommen, weil sich kleinere Kinder vor dem „großen Mann mit Bart und Mütze“ fürchten könnten. Nach einem Machtwort des Bürgermeisters soll der Nikolo-Besuch in der Bildungseinrichtung nun aber doch stattfinden. Wie sieht das in oberösterreichischen Volksschulen aus?
Eltern als fleißige Helfer
Ein „Krone“-Rundruf in Schulen in Linz, Wels und Steyr zeigt: Bei uns wird der Nikolo heuer wieder eifrig Geschenke verteilen und bekommt dabei meist Hilfe von fleißigen Mamas und Papas: „Die Kinder basteln die Sackerl, der Elternverein bekommt sie zum Befüllen“, erzählt etwa Jakob Bender, Schulwart der Volksschule Gleink in Steyr. „Dann geht der Nikolaus durch die Klassen. Die Kinder haben wahnsinnig große Augen, sind ganz ruhig und gespannt.“
Religion ist kein Thema
In der Keferfeldschule in Linz war der Nikolaus schon am Dienstag zu Besuch. Wie in den anderen Volksschulen war auch hier im Vorfeld nie Thema, dass die katholische Tradition Schüler mit anderen Konfessionen ausschließen könnte – „obwohl wir mehr als 30 Prozent Kinder mit nicht deutscher Muttersprache haben“, sagt Direktorin Birgit Rödhammer. Auch bei den schulischen Weihnachtsfeiern seien immer alle Religionen vertreten, das sei noch nie ein Problem gewesen. „Bei uns spielt auch einmal ein Mohammed den Weihnachtsmann“, sagt Direktorin Rödhammer.
Schulen entscheiden selbst
Aus der oberösterreichischen Bildungsdirektion heißt es auf Anfrage: „Den Schulen steht es frei, wie sie mit Brauchtum umgehen, auch mit dem Nikolaus. Grundsätzlich werden ortsübliche Traditionen im Religionsunterricht aufrecht erhalten.“ Landesweite Vorgaben für die Schulstandorte gebe es nicht. „Wichtig ist, dass für die Kinder eine gute Lösung gefunden wird.“
Lesen Sie auch den Kommentar von „Krone“-Redakteur Philipp Stadler zum Thema:
Wenn sich der Nikolaus vor den Kindern verwandelt
Eine Kindergartenpädagogin hat mir das einmal so erklärt: Wenn kleine Kinder plötzlich einen großen, fremden, verkleideten Mann sehen und nicht wissen, wer hinter der Nikolo-Fassade steckt, können sie es schon mal mit der Angst zu tun bekommen. Deshalb, so die Pädagogin, verkleidete sich der Freiwillige in ihrem Kindergarten vor den Kindern, wurde erst vor ihren Augen zum Nikolaus. Eine schlaue Lösung!
Bei Schulkindern ist die Angst vorm Fremden wohl kein Thema mehr. Sie freuen sich über Geschenke und Abwechslung in der Schule. Die große Aufregung rund um den Nikolaus, die machen nur Erwachsene.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.