Umweltmediziner schlagen schon Alarm, denn die Werte in Kärnten sind extrem hoch und liegen weit über den WHO-Richtwerten.
Die Kärntner sind immer noch leidenschaftlich gern mit dem Auto unterwegs. Das belastet allerdings unsere Luftqualität - besonders der Feinstaub. Und genau hier sind in Kärnten extrem hoch. Mit 13 Mikrogramm in Wolfsberg und zwölf bzw. elf in Klagenfurt ist die Belastung in Kärnten weit über dem Grenzwert der Weltgesundheitsorganisation (maximal fünf Mikrogramm). Auch bei Stickstoffdioxid liegen acht von elf Messstellen deutlich über dem Maximalwert. „Werden nur die EU-Grenzwerte betrachtet, könnte man meinen, die Luft sei sauber“, erklärt Lina Mosshammer vom Verkehrsclub Österreich. „Doch aus Gesundheitssicht sind die Grenzwerte viel zu hoch.“
4500 vorzeitige Todesfälle in Österreich
Auch Umweltmediziner schlagen Alarm. „Schon lange haben wir darauf hingewiesen, dass die gesetzlichen Vorgaben für Feinstaub und Stickstoffdioxid zu lasch sind“, betont Hans-Peter Hutter. „Aufgrund der nachgewiesenen Krankheitslast der Bevölkerung ist es dringend an der Zeit für weitere Maßnahmen. Immerhin hängt davon nicht nur unser Wohlbefinden ab, sondern auch unsere Lebenserwartung.“ Laut der Europäischen Umweltagentur ist die Luftverschmutzung in Österreich für 4500 vorzeitigen Todesfällen jedes Jahr verantwortlich.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Lungenkrebsrisiko
Feinstaub sorgt für ein erhöhtes Herzinfarkt- und Lungenkrebsrisiko und ist besonders für kleine Kinder besonders schädlich. Auch eine übermäßige Belastung mit Stickstoffdioxid hat teils schwere gesundheitliche Folgen - es kann zu Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Lungenschäden kommen. „Luft ist unser wichtigstes Lebensmittel. Was wir einatmen, hat großen Einfluss darauf, ob wir gesund bleiben oder krank werden“, betont Mosshammer. „Umso wichtiger ist es, möglichst rasch die Richtwerte der WHO zu erreichen.“ Daher fordert der VCÖ mehr Tempolimits und verstärkte Anreize, öfter zu Fuß oder mit dem Fahrrad Strecken zu erledigen.
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