Einiges sprach nach einer blutiger Attacke vor vier Jahren mitten in Innsbruck gegen einen Marokkaner (37) - doch die Geschworenen entschieden anders und dafür gab es einige Gründe . . .
Ein blutiger Angriff mit einer Machete, noch dazu mitten auf dem Innsbrucker Landhausplatz, sorgte im August 2019 für Gesprächsstoff in Tirol. Der nun fortgesetzte Prozess um versuchten Mord sollte nach vier Jahren ein Schlussstrich sein.
Was war passiert? Ein Unbekannter im dunklen Kapuzensweater stürmte aus einer Seitengasse und versetzte einem Marokkaner, der dort mit anderen Nordafrikanern saß, wuchtige Hiebe und lief blitzschnell davon. Das Opfer schleppte sich mit blutigen Schnittwunden in die Klinik.
Zunächst verhaftete die Polizei den Falschen. Doch dann führten Zeugenaussagen zum nun Angeklagten (37). Er hatte am Vorabend einen Streit mit dem Opfer und angekündigt: „Wir beide sind noch nicht fertig.“
Angeklagter nach Italien, aber nur „versehentlich“
Dass der Verdächtige zunächst nach Italien entwischte, erklärte er so: „Ich bin nach der Einnahme von Tabletten im Auto von zwei Damen eingeschlafen und erst in Italien wieder aufgewacht.“ Dort klickten wegen offener Delikte die Handschellen, eine Auslieferung und nun der späte Prozess in Tirol folgten.
Sie sind ein freier Mann und können nun gehen.
Vorsitzender Richter Reinhard Santeler
Die Geschworenen hörten wechselnde und divergierende Zeugenaussagen. Das Opfer hatte den 37-Jährigen zunächst belastet, beim Prozessauftakt im Juli aber zurückgerudert: „Ich habe sein Gesicht nicht gesehen.“
Vor Erleichterung zu Boden gesackt
In Summe zu wenig für einen Schuldspruch, befanden die Geschworenen mit 8:0 Stimmen. Der Angeklagte warf sich nach dem Urteil tränenüberströmt zu Boden und der vorsitzende Richter endete: „Sie sind ein freier Mann und können nun gehen.“ Der Fall bleibt damit ungeklärt.
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