Der Mangel an Fachkräften in den heimischen Betrieben zwingt die Verantwortlichen im Land zu ungewöhnlichen Maßnahmen: Scouts sollen im Ausland nach gut ausgebildeten Mitarbeitern suchen.
Diesen Auftrag soll ab 2024 eine Agentur übernehmen. Dafür wurde eine Ausschreibung gestartet. In die Suche werden insgesamt 4,4 Millionen Euro investiert. Diese beschränkt sich vorerst auf die Branchen Elektrotechnik, Metallbearbeitung und Pflege, wo die Suche sogar bis auf die Philippinen ausgeweitet wird. Dort gibt es schon Einrichtungen, die Pflegekräfte auf Europa vorbereiten. In Kärnten wiederum wird in Sprachkurse und Wohnungen investiert. Maßnahmen, die vom AMS begrüßt werden. „Natürlich müssen wir zuerst bei uns den Menschen Perspektiven schaffen, aber branchenspezifisch ist gezielte Zuwanderung möglich“, meint Wolfgang Haberl.
Auch in der Wirtschaftskammer ist man über den Schritt froh, blickt aber gleichzeitig besorgt auf die Konjunkturentwicklung. In Bereichen wie der Baubranche ist der Auftragsstand gegenüber dem dritten Quartal 2022 um 13,4 Prozent gesunken, im konsumnahen Bereich gar um 33 Prozent. Entsprechend hoch ist die Zahl der Insolvenzen, von denen es heuer schon 235 gab - um 37 Prozent mehr als im Vorjahr. Ein Wert, den es auch schon 2009 gegeben hat. Der Arbeitsmarkt ist aber vorerst stabil. Mit 226.000 Beschäftigten und 7245 offenen Stellen liegen die Zahlen noch im Bereich der Rekordwerte vom Vorjahr.
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