Reaktion auf Zölle

China will Schweinefleisch aus der EU untersuchen

Ausland
17.06.2024 13:15

Chinas Handelsministerium hat eine Anti-Dumpinguntersuchung gegen importierte Produkte aus der Europäischen Union (EU) angekündigt. Dabei gehe es um eingeführtes Schweinefleisch und Nebenprodukte, hieß es am Montag aus Peking. Es dürfte sich um eine Gegenreaktion auf die von der EU angedrohten Strafzölle auf chinesische E-Autos handeln.

Fachleute hatten bereits Gegenreaktionen Chinas erwartet. Betroffen von der Anti-Dumpinguntersuchung sind frisches und gefrorenes Schweinefleisch oder Schlachtnebenerzeugnisse. Im Vorjahr kam Schweinefleisch im Wert von 5,6 Milliarden Euro aus dem Ausland, einschließlich Innereien. Mehr als die Hälfte der Produkte kamen aus der EU. Schweineteile wie Füße, Ohren und Innereien sind in China sehr beliebt.

Folgen Milchprodukte noch?
Vor dieser Bekanntgabe hatte die chinesische Zeitung „Global Times“ bereits berichtet, dass die Industrie Beweise für die Untersuchung gegen bestimmte Milchprodukte und Schweinefleisch aus der EU sammle. Nähere Angaben wurden nicht gemacht.

EU-Produkte, die das Land noch brauche, würden jedenfalls nicht mit Zöllen belegt, sagte Jac Gunter vom Institut Merics in Berlin. „Dazu zählen Maschinen, hochwertige Industriegüter, Chemikalien, Medizintechnik und andere Produkte.“ Auch größere europäische Automobilhersteller dürften verschont bleiben, da diese Arbeitsplätze schaffen, Steuern zahlen und zum Wachstum in China beitragen würden.

Nicht die erste Untersuchung
Agrar-, Lebensmittel- und Getränkeprodukte könnten Chinas Produzenten hingegen selbst in ausreichender Menge herstellen. Darunter fällt auch Schweinefleisch. Es ist nicht die erste Untersuchung des Landes gegen europäische Produkte. Im Jänner hatte das Handelsministerium eine Ermittlung gegen Branntwein angekündigt, davon waren hauptsächlich Hersteller aus Frankreich betroffen.

Wie berichtet, hat die EU Strafzölle auf chinesische Elektroautos beschlossen, die nach Europa importiert werden (siehe Video oben). Vermutet wird, dass es illegale Subventionen auf diese gibt. Die Höhe soll je nach Autohersteller unterschiedlich ausfallen, der durchschnittliche Satz liegt bei 21 Prozent.

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