Zu einem heiklen Einsatz ist es am Samstagnachmittag in Seefeld im Bezirk Innsbruck-Land gekommen. Weil die Oberleitung der ÖBB beschädigt war, geriet eine Böschung in Brand. Rund 120 Fahrgäste mussten aus zwei Zügen evakuiert werden. Verletzt wurde niemand. Ein Kommandant schildert den Einsatz.
Brenzlige Situation am Samstag in einem Waldstück zwischen Reith und Seefeld! Eine defekte Oberleitung sorgte gegen 17.50 Uhr kurzerhand dafür, dass ein Zug mitten auf der Strecke stehen bleiben musste. Durch Splitter, die von der Leitung auf die Böschung geschleudert wurden, entstand kurzerhand ein Glimmbrand. „Ich wurde zunächst angerufen, weil Rauch im Wald aufgestiegen ist. Als wir dann dort waren, haben wir festgestellt, dass der Brand zwar korrekt ist, aber die ÖBB-Leitung runtergerissen war und dort ein Zug steht, direkt im Gefahrenbereich, mit Personen“, schildert Martin Gapp, der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Reith bei Seefeld.
Wir haben dann den Notfallkoordinator der ÖBB kontaktiert. Das dauerte etwa 30 Minuten, bis die Leitung freigeschaltet und geerdet war. Davor durften wir die Gleise nicht betreten.
Martin Gapp, Kommandant FF Reith bei Seefeld
Bange Minuten bis zum Eingriff
Der Brand an der Böschung war nur wenige Meter vom Zug entfernt, ein Eingreifen durch die Hochspannung jedoch äußerst schwierig, wie Gapp erklärt: „Wir haben dann den Notfallkoordinator der ÖBB kontaktiert. Das dauerte etwa 30 Minuten, bis die Leitung freigeschaltet und geerdet war. Davor durften wir die Gleise nicht betreten.“
Auch ein zweiter Zug war durch den Ausfall betroffen. Dieser kam wenige Kilometer, im Bereich des Klärwerkes zu stehen. Auch dort wurden die Fahrgäste evakuiert und mit Shuttles der Feuerwehren Reith, Seefeld und Zirl zum Bahnhof Seefeld gebracht. Insgesamt befanden sich in den beiden Zügen rund 120 Reisende.
Wir hatten aber Glück, weil es windstill war. Wir durften den Gleisbereich ja nicht betreten, bevor es die Freigabe der ÖBB gab.
Martin Gapp, Kommandant FF Reith bei Seefeld
Dass der Zug mitten in einem Waldstück stand, und sich auch einige gehbehinderte Personen sowie ein Rollstuhlfahrer darin befanden, machte die Aufgabe schwieriger.
Nachdem der Strom abgeschaltet war, konnte die Feuerwehr den Brand an der Böschung löschen. „Wir hatten aber Glück, weil es windstill war. Wir durften den Gleisbereich ja nicht betreten, bevor es die Freigabe der ÖBB gab“, sagt Gapp. Das Feuer war an mehreren Stellen ausgebrochen. Funken auf alten Metallzäunen durch die durchtrennte Oberleitung waren die Ursache.
Schadenshöhe noch unbekannt
Die Bahnlinie zwischen Reith und Seefeld ist bis zur Schadensbehebung auf unbestimmte Zeit nicht befahrbar, seitens der ÖBB wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Die Höhe des entstandenen Schadens an der Oberleitung bzw. des Triebwagens ist derzeit nicht bekannt.
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