Immer wieder leiern Telefonbetrüger ihren Opfern Geld aus den Taschen. Doch der Fall eines 88-jährigen Kärntners beschäftigt die Staatsanwaltschaft besonders. Nicht nur, weil es um insgesamt 750.000 Euro in Goldmünzen geht, sondern weil dank eines DNA-Treffers auch der mutmaßliche Täter ausgeforscht werden konnte. Nur von seiner Beute fehlt noch jede Spur.
Am 9. Februar erhielt der ehemalige Unternehmer aus Kärnten einen Anruf. Am anderen Ende der Leitung schien sein verzweifelter Sohn zu sein, der nach einem Autounfall mit Todesopfer mehrere Zehntausend Euro für die Kaution benötigte. Um seinem weinenden Kind aus der Patsche zu helfen, eilte der 88-Jährige zur Bank, wo er mehr als 400 Wiener-Philharmoniker-Goldmünzen im Wert von insgesamt 750.000 Euro aus seinem Safe holte. Dabei soll der Mann weiterhin mit seinem vermeintlichen Sohn telefoniert haben. Zu Hause angekommen, übergab er die 400 Münzen an einen vermeintlichen Polizisten.
Täter durch DNA-Treffer gefasst
Wenige Stunden danach, nach einem persönlichen Gespräch mit seinem Sohn, dämmerte dem 88-Jährigen, dass er Opfer einer Betrugsmasche geworden war. Vom Täter fehlte vorerst jede Spur. Doch dank modernster DNA-Analysen und Spuren auf der Türklingel am Haus des Opfers konnte mittlerweile ein Verdächtiger ausgeforscht werden. Es handelt sich um einen 23-jährigen polnischen Staatsangehörigen, der vor Jahren bereits mit derselben Masche in Deutschland Menschen abgezockt hatte. Schon am Freitag soll er in die Justizanstalt Klagenfurt überführt werden.
Von der Beute fehlt aber jede Spur. Laut dem Anwalt des Beschuldigten stecke eine große, professionelle Tätergruppe dahinter, weshalb sein Mandant nichts mehr mit den Goldmünzen zu tun gehabt habe. Die Staatsanwaltschaft bearbeitet den Fall nun.
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