Ein Mädchen wurde im eigenen Zimmer von einem Bewohner fast missbraucht. Vor Gericht in Wien streitet das der 16-Jährige vehement ab. Sein Verteidiger unterstellt der 12-Jährigen sogar „übersexualisiertes Verhalten“.
Das Mädchen lebte bereits in einer betreuten Wohngemeinschaft. Wo nur Kinder und Jugendliche aus den schwierigsten Verhältnissen untergebracht werden. Schon im Vorfeld brauchte es psychologische Betreuung.
„Nach diesem Vorfall zeigt sie jetzt vermehrt psychische Auffälligkeiten, lebt völlig in sich gekehrt“, schildert die Opfervertreterin vor Gericht in Wien - ihre Mandantin ist erst 12 Jahre alt.
Am Abend ins WG-Zimmer geschlichen
Im Mai letzten Jahres soll ein 16-Jähriger - aus der gleichen WG - versucht haben, sie zu vergewaltigen. Nicht zum ersten Mal: „Es gab schon vorher Vorfälle. Sie hat da beschlossen, sich das nicht mehr gefallen zu lassen, sich zu wehren.“ Denn als der Jugendliche spät am Abend in ihr Zimmer geschlichen ist, sich schon die Hose hinuntergezogen haben soll, schrie sie.
Opfer würde „nur Geschichten erzählen“
Ein Abend, den der Angeklagte ganz anders erlebt haben will. Es habe Probleme mit dem geteilten Netflix-Account gegeben, die er klären wollte. Die 12-Jährige habe ihn dann ausgezogen. Sein Verteidiger ortet dabei sogar „übersexualisiertes Verhalten“.
Die Schöffen aber nicht. Zitternd nimmt der Angeklagte sein Urteil entgegen: sechs Monate bedingte Haft wegen schweren sexuellen Missbrauchs Unmündiger - nicht rechtskräftig.
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