Ein mehrfach einschlägig vorbestrafter Gewalttäter aus Vorarlberg wandert erneut für zehn Monate hinter Gitter. Grund: Der Arbeitslose hatte seine Ex mehrmals schwer misshandelt.
„In Zeiten der Emanzipation verwehre ich mich dagegen, dass man eine Frau automatisch als Opfer hinstellt. Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass es in einer betreuten Wohngemeinschaft den Sozialarbeitern nicht auffällt, wenn jemand geschlagen, getreten und durch die Wohnung geschleift wird", wettert Verteidiger Martin Rützler und fordert einen Freispruch für seinen Mandanten.
Einmal hat er zuerst Bier über mich geschüttet und mir dann die Flasche ins Gesicht geschlagen.
Das 39-jährige Opfer
Das sieht die Staatsanwältin anders. Im Gegensatz zum Angeklagten, der die Vorfälle ihrer Ansicht nach verharmlost, klängen die detaillierten Schilderungen des 39-jährigen Opfers glaubwürdig. „Einmal hat er zuerst Bier über mich geschüttet und mir dann die Flasche ins Gesicht geschlagen.“ Ständig sei sie von dem gewalttätigen Freund erniedrigt und gewürgt worden.
„Bei einem anderen Vorfall gab es Streit wegen des Handys. Da versetzte er mir einen Faustschlag ins Gesicht und schlug mich durch die ganze Wohnung“, so die Frühpensionistin in der kontradiktorischen Einvernahme.
Das Betretungsverbot war dem Angeklagten egal
Zur Polizei sei sie aus Angst vor ihm nicht gegangen. Das sei auch der Grund gewesen, weshalb sie immer wieder mit ihm zusammenzog. Als sie schließlich doch den Absprung schafft, stalkt der Ex die einst Drogensüchtige und verstößt sogar vier Mal gegen das Betretungsverbot. Richter Julian Fettner spricht den 42-jährigen Mann schuldig - zehn Monate Haft.
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