Mit rund 80 Kilo Cannabis sollen neun Angeklagte - darunter eine angehende Pädagogin - in der Steiermark gedealt haben. Sie müssen sich derzeit vor einem Schöffengericht verantworten.
Letzten Sommer schlug die Cobra in der Wohnung der 24-jährigen Pädagogik-Studentin zu. Seit gestern sitzt die Frau mit weiteren acht Angeklagten vor einem Schöffensenat in Graz. Die Anklage hat es in sich: Die Frau, die in einer Volksschule arbeitete, soll mit ihren Freunden als kriminelle Vereinigung agiert und kiloweise Cannabis verkauft haben. Ihre Wohnung soll als Bunkerstation fungiert haben. Elf Kilo Gift, verbotene Waffen wie Teleskopschlagstöcke, große Bargeldmengen und Sturmhauben wurden sichergestellt.
„Als die Cobra zugegriffen hat, war sie so bekifft, hat geschlafen und gar nichts mitbekommen. Sie ist naiv, hat anderen die Schlüssel zu ihrer Wohnung gegeben. Sie hat gemerkt, da passt was nicht und hat es geduldet“, erklärt ihr Verteidiger.
Wie viele Versionen wollen Sie mir noch auftischen? Merken Sie sich eines. Bei so großen Mengen muss man den Fuß ganz tief im Suchtgiftgeschäft stecken haben. Die bekommt man nicht einfach so.
Richter Raimund Frei
„Alle haben ihr eigenes Süppchen gekocht“
Alle Verteidiger waren sich übrigens einig: Die von der Staatsanwaltschaft angegebenen Giftmengen seien weit überzogen. „Ich gehe noch weiter und spreche von Fantasiemengen“, bekräftigt Christian Fauland. Außerdem hätten die Angeklagten nicht als kriminelle Vereinigung agiert, herrscht erneut Einigkeit unter den Anwälten: „Alle Angeklagten haben ihr eigenes Süppchen gekocht!“
Bei der Einvernahme eines 31-jährigen Slowenen, der neben der Studentin eine Hauptrolle im Verfahren spielt, klingt das allerdings etwas anders: „Sie waren immer alle gemeinsam in der Wohnung, bis auf die beiden Mädchen. Deswegen habe ich vermutet, sie arbeiten zusammen“, sagt der Mann, der für die Drogen-Lieferungen zur Bunkerwohnung verantwortlich gewesen sein soll. Das gibt er teilweise auch zu: „Mir ist bewusst, dass das falsch war. Aber ich hoffe, dass das irgendwann einmal legal wird.“ Die Verhandlung wurde vertagt.
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