Bereits jeder zweite Autounfall mit Verletzten ereignet sich im Ortsgebiet. Experten fordern strengere Tempolimits - die aber in vielen Fällen an der Straßenverkehrsordnung scheitern.
Rund 3000-mal pro Jahr kracht es auf Straßen in Niederösterreichs Ortsgebieten so arg, dass Menschen dabei zu Schaden kommen. 13 Todesopfer waren bei solchen Verkehrsunfällen 2021 zu beklagen. In den beiden Jahren davor gab es sogar noch mehr Tote. Die Zahl der Verletzten pendelte in diesem Zeitraum zwischen 3400 und 4200.
Runter vom Gas im Ort
Jeder zweite Autounfall mit Personenschaden passiert im Ortsgebiet, zeigt nun eine Analyse des Verkehrsclubs (VCÖ). Und die Fachleute treten für niedrigeres Tempo auf Straßen im Siedlungsbereich ein. Allerdings ist das nicht so einfach: „Viele Gemeinden wollen durch Temporeduktion die Verkehrssicherheit im Ortsgebiet erhöhen, doch just die Straßenverkehrsordnung hindert sie daran“, weiß Lina Mosshammer vom VCÖ. Denn nach wie vor seien Flüssigkeit und Leichtigkeit des Kfz-Verkehrs die maßgeblichen Kriterien für die Festlegung der erlaubten Geschwindigkeit.
Kriterien wie Klimaschutz sowie Lebens- und Aufenthaltsqualität für die Bevölkerung gelten noch nicht als Gründe für Tempo 30.
Lina Mosshammer, Verkehrsclub Österreich (VCÖ)
„Für Tempo 30 brauchen Gemeinden aufwendige Erhebungen sowie Gutachten – und scheitern mit ihren Anliegen allzu oft bei den zuständigen Bezirksbehörden“, so Mosshammer. Daher fordern die VCÖ-Experten – unterstützt vom Städtebund – eine Gesetzesänderung: „Ziel muss mehr Handlungsspielraum bei der Festsetzung von Tempolimits sein.“
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