Tirols Landeshauptmann Anton Mattle (VP) sprach mit der neuen AMS-Chefin beim Antrittsbesuch über den Arbeitsmarkt in Tirol. Einig sind sich die beiden darin, was die größte Herausforderung für Tirols Arbeitsmarkt ist: Der Arbeits- und Fachkräftemangel. Auf der Suche nach Lösungen schaut man ins Ausland.
Haben Sie mehrere Geschwister? Wenn Sie in den 1960ern geboren worden sind, dann wahrscheinlich. „In den 1960ern gab es in Österreich nahezu 135.000 Geburten pro Jahr. Die Geburtenrate ging seither um fast 40 Prozent zurück und lag in den letzten Jahren bei rund 85.000 Geburten. Die Arbeit in unserem Land ist aber nicht weniger geworden, im Gegenteil“, rechnet LH Anton Mattle (VP) vor. Er bekam Mitte April einen Antrittsbesuch von der neuen AMS-Chefin Sabine Platzer-Werlberger. „Das Treffen war sehr konstruktiv“, sagt die AMS-Chefin auf Nachfrage der „Krone“, „der Bedarf an Arbeitskräften und Fachkräften ist das große gemeinsame Thema für die nächsten Jahre.“
Arbeitsmarkt: Unterbesetzt und gleichzeitig überlastet
Der Mangel an Arbeitern ist deutlich spürbar – sei es im medizinischen Bereich oder in der Pädagogik. Berichte von Pflegern, die ihren Job an den Nagel hängen, weil sie durch Unterbesetzung überlastet sind, verschärfen das Problem zusätzlich. Lösungen müssen dringend her.
Es braucht Entlastungen bei Löhnen und Gehältern, denn Menschen, die 40 Stunden oder mehr arbeiten, dürfen nicht die Verlierer einer neuen Work-Life-Balance sein.
LH Anton Mattle (ÖVP)
Mattle will Überstunden lukrativ machen und setzt auf den Willen der Menschen, ihre Pension aufzuschieben: „Mehr Überstunden sollen steuerbefreit sein. Wenn jemand länger im Betrieb bleiben will, soll das möglich sein. Es braucht Entlastungen bei Löhnen und Gehältern, denn Menschen, die 40 Stunden oder mehr arbeiten, dürfen nicht die Verlierer einer neuen Work-Life-Balance sein.“
„Es braucht Zuzug aus anderen Ländern“
Doch allein mit Mehr-Arbeit der Arbeitenden wird es nicht zu schaffen sein, die Geburtenrate auszugleichen. Man setzt aufs Ausland: „Es braucht den Zuzug aus anderen Ländern. Hier werden in den nächsten Jahren sicher sehr viele Projekte durchgeführt“, weiß Platzer-Werlberger, „die Möglichkeit für gut integrierte Personen im Asylstatus, die Rot-Weiß-Rot-Karte zu beantragen, wäre ein Weg.“
Matte schlägt in dieselbe Kerbe: „Wir müssen offen für qualifizierten Zuzug sein.“ Die AMS-Chefin findet dennoch etwas Positives: „Auf alle Fälle gibt es momentan für Arbeitssuchende viele gute Chancen am Arbeitsmarkt!“
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