AMS-Chefin trifft LH

Arbeitskräftemangel ist die größte Herausforderung

Tirol
23.04.2023 14:00

Tirols Landeshauptmann Anton Mattle (VP) sprach mit der neuen AMS-Chefin beim Antrittsbesuch über den Arbeitsmarkt in Tirol. Einig sind sich die beiden darin, was die größte Herausforderung für Tirols Arbeitsmarkt ist: Der Arbeits- und Fachkräftemangel. Auf der Suche nach Lösungen schaut man ins Ausland.

Haben Sie mehrere Geschwister? Wenn Sie in den 1960ern geboren worden sind, dann wahrscheinlich. „In den 1960ern gab es in Österreich nahezu 135.000 Geburten pro Jahr. Die Geburtenrate ging seither um fast 40 Prozent zurück und lag in den letzten Jahren bei rund 85.000 Geburten. Die Arbeit in unserem Land ist aber nicht weniger geworden, im Gegenteil“, rechnet LH Anton Mattle (VP) vor. Er bekam Mitte April einen Antrittsbesuch von der neuen AMS-Chefin Sabine Platzer-Werlberger. „Das Treffen war sehr konstruktiv“, sagt die AMS-Chefin auf Nachfrage der „Krone“, „der Bedarf an Arbeitskräften und Fachkräften ist das große gemeinsame Thema für die nächsten Jahre.“

Arbeitsmarkt: Unterbesetzt und gleichzeitig überlastet
Der Mangel an Arbeitern ist deutlich spürbar – sei es im medizinischen Bereich oder in der Pädagogik. Berichte von Pflegern, die ihren Job an den Nagel hängen, weil sie durch Unterbesetzung überlastet sind, verschärfen das Problem zusätzlich. Lösungen müssen dringend her.

Zitat Icon

Es braucht Entlastungen bei Löhnen und Gehältern, denn Menschen, die 40 Stunden oder mehr arbeiten, dürfen nicht die Verlierer einer neuen Work-Life-Balance sein.

„Mit bundesweiten Statistiken können wir in Tirol nur wenig anfangen“, so Mattle. Er will mehr Tirol-spezifische Analysen. (Bild: Birbaumer Christof)

LH Anton Mattle (ÖVP)

Mattle will Überstunden lukrativ machen und setzt auf den Willen der Menschen, ihre Pension aufzuschieben: „Mehr Überstunden sollen steuerbefreit sein. Wenn jemand länger im Betrieb bleiben will, soll das möglich sein. Es braucht Entlastungen bei Löhnen und Gehältern, denn Menschen, die 40 Stunden oder mehr arbeiten, dürfen nicht die Verlierer einer neuen Work-Life-Balance sein.“

„Es braucht Zuzug aus anderen Ländern“
Doch allein mit Mehr-Arbeit der Arbeitenden wird es nicht zu schaffen sein, die Geburtenrate auszugleichen. Man setzt aufs Ausland: „Es braucht den Zuzug aus anderen Ländern. Hier werden in den nächsten Jahren sicher sehr viele Projekte durchgeführt“, weiß Platzer-Werlberger, „die Möglichkeit für gut integrierte Personen im Asylstatus, die Rot-Weiß-Rot-Karte zu beantragen, wäre ein Weg.“

Matte schlägt in dieselbe Kerbe: „Wir müssen offen für qualifizierten Zuzug sein.“ Die AMS-Chefin findet dennoch etwas Positives: „Auf alle Fälle gibt es momentan für Arbeitssuchende viele gute Chancen am Arbeitsmarkt!“

Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Tirol



Kostenlose Spiele