2021 wüteten Unwetter in weiten Teilen Oberösterreichs doch ganz abgerechnet wurde noch nicht. Denn rund 30 Prozent der Schadensmeldungen konnten noch immer nicht abgeschlossen werden.
Hagelkörner so groß wie Tischtennisbälle, zerstörte Autos und Dächer, verzweifelte Menschen: Im Sommer 2021 wurden das Seengebiet und vor allem Teile des Bezirks Urfahr-Umgebung von schweren Unwettern heimgesucht. Wie groß der Schaden war, kann aber nach wie vor nicht gesagt werden. „Es sind noch immer 30 Prozent der Schadensmeldungen offen“, so Ralf Mitterhauser, Bereichsleiter bei der OÖ Versicherung. Das heißt, die Betroffenen haben zwar einen Hagelschaden gemeldet, aber auch zwei Jahre nach den Unwettern keine Rechnungen eingereicht, haben damit auch noch kein Geld bekommen.
Wenig Meldungen in Gmunden
Interessant: Im schwer betroffenen Bezirk Gmunden sind sogar noch 57 Prozent der Meldungen offen. „Das sind wohl jene Betroffenen, bei denen das Dach noch dicht ist. Sie machen die Reparaturen erst später“, so Mitterhauser. Denn vor allem gleich nach den Unwettern war es nahezu unmöglich, einen Dachdecker zu finden, der schnell hilft.
Viele Opfer der Hagelunwetter warten noch ab, weil sie mehr als nur das Dach ihrer Häuser reparieren wollen.
Andreas Fazeni, Bürgermeister von Gramastetten
LIeber warten
Das bestätigt auch Andreas Fazeni, Bürgermeister von Gramastetten: „ Es war sehr schwer, jemand zu finden. Viele Opfer der Hagelunwetter warten nun noch, weil sie mehr als nur das Dach ihrer Häuser reparieren wollen. Wir als Gemeinde waren auch betroffen. Das Gemeindeamt und die Schule sind beschädigt. Die Schäden werden erst jetzt ausgebessert, weil wir wollten, dass zuerst den Bürgern geholfen wird“, sagt er. Ein ähnliches Bild im benachbarten Kirchschlag: „Es gibt noch ein paar, die haben die Schäden nach dem Unwetter notdürftig ausgebessert, warten noch zu“, so Bürgermeister Michael Mair.
Drei Jahre Zeit
Doch allzulange dürfen die Betroffenen nicht mehr warten. „Nach drei Jahren erlischt der Anspruch. 2024 muss alles erledigt sein. Dann wissen wir auch, wie hoch der Gesamtschaden wirklich ist“, so Ralf Mitterhauser. Teuer wird es für die Versicherungen ohnedies, denn die Teuerungen lassen die Kosten bis zu 20 Prozent steigen, schätzt man bei der OÖ Versicherung.
Kommentag der „OÖ Krone“: Wer den Schaden hat, hat die Mühe
Unwetter und die dadurch entstandenen Schäden zählen wohl zu den mühsamsten und nervenaufreibendsten Ereignissen für die Betroffenen. Denn nachdem das eigene Haus oder das Auto ruiniert wurde, fängt ein steiniger Weg an. Man muss die Versicherung informieren, einen Handwerker finden (derzeit beinahe unmöglich), die Reparatur machen lassen, die Rechnung zahlen und das Ganze an die Versicherung schicken. Erst dann bekommt man sein Geld zurück. Das belastet und kostet Zeit. Dass jetzt Betroffene auch noch die Materialkosten der Feuerwehren vorstrecken müssen, hilft dabei ganz sicher nicht…
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