Kann ein Landeshauptmann die Interessen von Bürgern und Energieunternehmen gleichzeitig wahrnehmen? Die Opposition hätte sich vom Aufsichtsrat mehr für die Salzburger erwartet.
Kann ein Landeshauptmann sowohl die Interessen der Bürger und gleichzeitig auch die Interessen eines Energieunternehmens in der momentanen Krise vertreten?
Für Landeschef Wilfried Haslauer sei es wichtig, „im Aufsichtsrat eine Stimme für die Salzburger zu wissen“. Denn das bedeutendste landesnahe Unternehmen „ist für die Daseinsvorsorge elementar wichtig“. Geht es nach SPÖ-Parteichef David Egger dann lautet die Antwort aber klar nein! Er selbst würde im Fall der Fälle als neuer Landeshauptmann nicht den Aufsichtsratsvorsitz der Salzburg AG übernehmen.
Auch FPÖ-Chefin Marlene Svazek zweifelt an der Doppelposition. Sie fordert sowieso, dass die Politik nichts in den Aufsichtsräten verloren hat. „Der aktuelle Fall um die Salzburg AG zeigt mehr als deutlich, dass es Fachpersonal benötigt, das Warnungen registriert und entsprechend handelt. Die Form der Vertretung, die der Landeshauptmann ausübt, ist jedenfalls ungenügend“, sagt Svazek.
Auslöser ist der Gutachten-Streit, der vor Gericht enden wird. Sie kritisiert auch die Vorgangsweise zu den abgeschmetterten Kostensenkung beim Strompreis der Salzburg AG: „Die Salzburger können es sich nicht leisten, solange auf Strompreissenkungen zu warten, bis sich die Anwälte einig sind.“
Vorstandssprecher Michael Baminger hatte wieder versichert, Senkungen sobald diese möglich sind, an die Kunden weiter zu geben. „Offensichtlich gibt es kein Interesse an einer Lösung im Sinne der Bevölkerung am Verhandlungstisch“, so Egger. Unverständnis kommt ebenso von Gemeinderat Kay-Michael Dankl (KPÖ Plus). „Haslauer hat die Strompreiserhöhungen zuerst abgenickt, dann kritisiert und nun doch verteidigt“, sagt Dankl, der auch den neuen Tarif für Stromheizungen kritisiert.
„Am Ende der Heizsaison viel zu spät.“ Dieser Tarif sichert Stromheizungsbesitzern den Preis von 20 Cent pro Kilowattstunde. Auch AK-Boss Peter Eder warnt: „Die Kunden sollten sich den Tarif sehr genau anschauen. Auch was sie in Zukunft mit diesem erwartet.“
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