„Schlachthaus“

Ukrainische Truppen in Bachmut stark unter Druck

Ukraine-Krieg
04.03.2023 11:19

Die ukrainischen Streitkräfte geraten bei der Verteidigung der östlichen Stadt Bachmut gegen die russischen Truppen immer mehr in Bedrängnis, so die Einschätzung von Militärexperten. Die Ukraine verstärke zwar ihre Truppen in der Region mit Eliteeinheiten, die russische Armee und Kämpfer der Söldnergruppe Wagner seien aber weiter in die nördlichen Vororte von Bachmut vorgedrungen, teilt das britische Verteidigungsministerium mit.

In der Stadt und der Umgebung gebe es heftige Kämpfe. Zwei wichtige Brücken in Bachmut seien in den vergangenen 36 Stunden zerstört worden, und die von den ukrainischen Truppen gehaltenen Versorgungsrouten seien zunehmend eingeschränkt. Am Freitag hatte die russische Artillerie die letzten Ausfallstraßen aus Bachmut beschossen, um die seit Monaten umkämpfte Stadt vollends einzuschließen. In der Stadt, in der vor dem Krieg rund 70.000 Menschen lebten, harren noch immer einige Tausend Zivilisten aus. Bachmut habe sich zum ukrainischen Vorposten entwickelt, der von drei Seiten durch russische Angriffe gefährdet sei, so die Einschätzung britischer Geheimdienste.

Einheiten ziehen sich teils schon zurück
Die Situation sei „ein Schlachthaus auf beiden Seiten“, hatte bereits zuvor der Kommandant einer ukrainischen Einheit dem Internetkanal Espresso TV gesagt. Teile einiger Einheiten seien angewiesen worden, in sichere Stellungen zu wechseln. Der Anführer einer ukrainischen Drohneneinheit sagte in einem Video, seine Einheit sei zum sofortigen Rückzug aufgefordert worden.

Ein ukrainischer Soldat bereitet sich in Bachmut auf den Kampf vor. (Bild: APA/AFP/Anatolii Stepanov)
Ein ukrainischer Soldat bereitet sich in Bachmut auf den Kampf vor.

Kiew hatte zuvor eingeräumt, dass die Angreifer versuchten, die Stadt einzukesseln. Der Chef der russischen Söldnertruppe Wagner, Jewgeni Prigoschin, sprach von einer fast vollständigen Einkesselung. Eine einzige Straße Richtung Westen würde den Ukrainern noch offenstehen. Ein Wagner-Kämpfer berichtete der russischen Nachrichtenagentur Ria Novosti, die ukrainischen Truppen hätten bereits fast alle Brücken über den Bachmutska-Fluss gesprengt.

Schoigu besucht Truppen
Unterdessen hat der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu nach offiziellen Angaben Kampftruppen in der Ukraine besucht. Schoigu habe einen vorgelagerten Gefechtsstand in der Region Süd-Donezk inspiziert, teilt das Verteidigungsministerium in Moskau mit. In einem von dem Ministerium veröffentlichten Video ist Schoigu zu sehen, wie er Soldaten Orden verleiht und zusammen mit dem Kommandanten des Östlichen Militärbezirks, Rustam Muradow, eine zerstörte Stadt besichtigt.

Schoigu hat bisher selten die russischen Truppen in der Ukraine besucht. Er wurde in Russland für den Verlauf des Krieges, der nicht den raschen Sieg, dafür aber mehrere herbe Rückschläge brachte, von Kommentatoren und Kriegsverfechtern scharf kritisiert, auch von Wagner-Chef Prigoschin.

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