Der Betriebsleiter eines Steinbruchs gab das Gelände frei, obwohl Schutzmaßnahmen fehlten. Es folgte ein fataler Unfall: Sein Kollege und Freund stürzte mit einem 70-Tonner über eine Kante ab und starb. Nun stand der leitende Mitarbeiter vor Gericht.
Sie waren Freunde und haben jahrelang gemeinsam in einem steirischen Steinbruch gearbeitet. Er, der Betriebsleiter (47), der für die Sicherheit auf dem Gelände zuständig war, und ein Hauli-Fahrer, der mit dem 70-Tonner das Gestein zur Verarbeitung holte. Der 11. Mai 2021 wurde ihm zum Verhängnis: Zu knapp fuhr er an eine Kante, der Untergrund brach, der Mann stürzte samt Gefährt ab und starb.
Kein Schutzwall bei der Absturzstelle
Der Betriebsleiter soll laut Staatsanwalt Daniel Weinberger das Gelände freigegeben haben, obwohl kein entsprechender Schutzwall oder sonstige Maßnahmen an der Absturzstelle getroffen worden sein sollen. Auch der Arbeitsinspektor bestätigt: „An jenem Tag gab es weder organisatorische Maßnahmen noch einen Schutzwall an besagter Stelle, auch keine schriftlichen Unterweisungen.“
Verurteilt wegen fahrlässiger Tötung
Verteidiger Gerald Ruhri sieht die Sache natürlich anders: Der Fahrer hätte nie dort unterwegs sein dürfen, das habe der Fahrer gewusst. Ihm seien mehrere Fehler unterlaufen, die zum fatalen Ende geführt hätten. Der Angeklagte wurde wegen fahrlässiger Tötung zu 6000 Euro verurteilt. Nicht rechtskräftig.
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