Die Armut in Kärnten spitzt sich immer mehr zu. Während die Erwachsenen versuchen irgendwie über die Runden zu kommen, leiden Kinder oftmals im Stillen. Der Zustrom bei Unterstützungen wird immer größer.
„Ich will meinen Sohn nicht wissen lassen, wie sehr ich mit den Kosten kämpfe“, erzählt eine alleinerziehende Mutter im Gespräch mit der „Krone“. Die junge Klagenfurterin hat zwar einen Vollzeitjob, doch das Geld reicht schon lange nicht, um ordentlich über die Runden zu kommen. Trotzdem versucht die Frau finanziell alles alleine zu stemmen. „Aber ich weiß nicht, wie lange das noch geht.“
Armut steigt immer weiter an
Die junge Klagenfurterin ist leider kein Einzelschicksal. „Rund 35 Prozent der Kärntner haben massive finanzielle Probleme“, schildert Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich, bei seinem Besuch in Kärnten. Mittlerweile habe sich die Lage schon so zugespitzt, dass ehemalige Spender der Volkshilfe jetzt schon selbst Hilfe benötigen.
Es ist eine Schande für unsere Gesellschaft.
Ewald Wiedenbauer, Präsident der Kärntner Volkshilfe, über Kinderarmut
Kinderarmut zieht sich über Generationen
„Es dauert drei bis fünf Generationen, bis die Armut überwunden werden kann. Und die Kinder erhalten meist keine gute Ausbildung und verrichten als Erwachsene nur Hilfstätigkeiten“, verdeutlicht Wiedenbauer die aktuelle Situation.
Leuchtturmprojekt erlebt drastische Zunahme
In drei Klagenfurter Schulen bietet die Kärntner Volkshilfe ein Frühstück um 50 Cent an. „Alleine im letzten Jahr hat sich die Zahl von 20 Schülern auf 60 gesteigert“, sagt Wiedenbauer: „Wer aber das nötige Geld nicht hat, kann an dem Frühstück auch gratis teilnehmen.“ Auch die Zahl der Lebensmittelgutscheine sei rasant gestiegen.
Forderung an die Politik
Zwar zeigt sich die Volkshilfe mit den Maßnahmen zur Armutsbekämpfung der Bundesregierung teilweise zufrieden, aber: „Die haben nur einen einmaligen Effekt“, sagt Fenninger. Daher fordert der Direktor der Volkshilfe auch die Einführung einer Kindergrundsicherung.
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