Buchempfehlung

Dummheit kann der Gesundheit schaden

Ein Bestseller beschäftigt sich pointiert mit diversen Überlegungen, die nicht nur zum Schmunzeln anregen sollen, sondern auch zum Nachdenken.

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Es ist problematisch, sich wissenschaftlich mit dem Risiko zu beschäftigen, nicht genügend gescheit zu sein. Eine anerkannte Fachärztin hat es in Buchform trotzdem gewagt. „Dummheit ist gefährlich“, leitet die Psychiaterin, Neurologin und Chefärztin der Landesnervenklinik Linz, Dr. Adelheid Kastner, ihren Bestseller ein: „Dummheit (übermorgen)“, Kremayr & Scheriau. Ein Werk mit vielen Fakten, aber auch pointierten Überlegungen, die gleichermaßen zum Schmunzeln wie zum Nachdenken anregen.

Zum Beispiel über die Frage nach der Definition von Dummheit. Ist es tatsächlich zulässig, Intelligenz mittels eines Quotienten (IQ) zu messen? Ich habe einst maturiert (wohl auch dank mithilfe meiner toleranten Lehrmeister) und ein abgeschlossenes Hochschulstudium. Einen spaßhalber begonnenen Intelligenztest habe ich zu einem Zeitpunkt abgebrochen, als ich nur noch blamabel abschneiden hätte können. Ich bin mit den mathematisch orientierten Tests (wie in der Schule) überhaupt nicht zurecht gekommen

Auch der IQ beeinflusst das Herz-Kreislauf-Risiko
Herzspezialist Prof. Dr. Thomas Stefenelli hat sich in einem medizinischen Fachmedium mit einigen Passagen des Buches näher befasst. Schließlich findet sich darin die dokumentierte Aussage, dass niedere Intelligenz eher mit hohem Blutdruck und häufigerem Nikotinkonsum in Verbindung steht. Der Kardiologe bestätigt, dass es dazu Daten gibt (Schottland, Schweden).

Zitat Icon

Laut den Forschern beeinflussen IQ und Bildungsgrad sowie das Einkommen unser Herz-Kreislauf-Risiko und damit auch die Lebenserwartung.

Prof. Dr. Thomas Stefenelli, Herzspezialist

Stefenelli: „Laut den Forschern beeinflussen IQ und Bildungsgrad sowie das Einkommen unser Herz-Kreislauf-Risiko und damit auch die Lebenserwartung. Allerdings wird eingeräumt, dass Dummheit und Klugheit nicht nur vom Verstand, sondern in hohem Maß vom Gefühl abhängen. So lässt sich sozusagen der Bogen zu einem anderen, entscheidend wichtigen Thema spannen: Unabhängig vom ,technischen‘ IQ spielt bei Kindern in der Entwicklung positive Zuwendung (Empathie) eine Hauptrolle für spätere Gesundheit! Das sollten alle Eltern berücksichtigen.“

Intelligenz wohl nützlich, jedoch auch Gefühl zählt
Stefenelli weiter: „Freilich sind Erwachsene nicht von diesem Einfluss ausgenommen. In einer Herzambulanz in Chicago wurde das Personal zum Beispiel darauf eingeschult, ganz gezielt Patienten freundlich zu betreuen. Diese Maßnahme führte zu einer fühlbaren Abnahme der Rückfälle (!). Neben dem bloßen IQ muss unbedingt ins Kalkül gezogen werden, dass wir Menschen einfach unterschiedlich widerstandsfähig (resilient) sind. Natürlich ist eine gewisse Intelligenz unverzichtbar - aber Gefühls- und Handlungskontrolle zählen ebenfalls zu den wesentlichen Faktoren für Resilienz. Personen mit höherer Widerstandsfähigkeit in diesem Sinn haben niedrigere Blutdruck- sowie Zuckerwerte. Und daher nachweislich weniger Herzinfarkte oder Herzschwäche."

Ein Spruch des berühmten Sokrates dürfte zeitlos Gültigkeit haben: Der Kluge lernt aus allem, der Normale aus Erfahrungen und der Dumme weiß alles besser. Denn längst ist in unseren Tagen klar, dass Lernverweigerung und Besserwisserei als „Säulen der Dummheit“ angesehen werden können. Unintelligent sind nicht jene, die mit Mathematik überfordert sind oder keine Zitate von Goethe auswendig herunter leiern können.

Niemals der Gescheitere sein, der nachgibt
Apropos Zitate. In die moderne Welt passt zum Beispiel, dass Dummes nicht zwingend dadurch gescheiter wird, wenn es von Followern im Netz ebenfalls vertreten wird. Wer etwas für seine Gesundheit tun will, sollte jedenfalls nie der „Gescheitere“ sein, der nachgibt. Für gesunde Lebensweise gibt es unmissverständliche Vorgaben, die jeder kennt. Es hängt nicht vom IQ ab, entsprechend zu handeln. Ich kenne genug hochintelligente Menschen, die rauchen, zuviel Alkohol trinken, übergewichtig sind und keinen Sport betreiben

Wolfgang Exel
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