„Volksparadies“

Keine Krise: Nordkoreas Wirtschaft brummt

Ausland
27.07.2024 12:02
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Wirtschaft des diktatorisch regierten Landes dürfte im Jahr 2023 deutlich gewachsen sein. Machthaber Kim Jong-un hat Großes vor: Bei Feierlichkeiten zum Jahrestag zum Ende des Korea-Krieges rief er zum Aufbau eines „Volksparadieses“ auf.

Es sei die „heilige Mission und Pflicht unserer Generation“, „unsere Ideologie und unser Gesellschaftssystem zuverlässig zu verteidigen“ und „ein Paradies für das Volk zu errichten“, zeigte sich Kim am Freitag nach Angaben der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA kämpferisch.

Wirtschaftlich dürfte es in dem Land, das zu den ärmsten Volkswirtschaften der Welt zählt, zumindest bergauf gehen. Wie die südkoreanische Zentralbank am Freitag in ihrer alljährlichen Schätzung bekannt gab, ist das nordkoreanische Bruttoinlandsprodukt im Vorjahr um 3,1 Prozent angestiegen. Zuvor war das nordkoreanische BIP während der Corona-Pandemie und im Zuge rigider UN-Sanktionen drei Jahre in Folge geschrumpft.

Wohnhäuser in Pjöngjang
Wohnhäuser in Pjöngjang(Bild: BGStock72 - stock.adobe.com)

Bausektor profitiert 
Den größten Anstieg konnte die nordkoreanische Wirtschaft demnach 2023 im herstellenden Gewerbe (5,9 Prozent) und dem Bausektor (8,1 Prozent) verzeichnen. Nordkoreas Außenhandel wuchs laut Schätzung der südkoreanischen Zentralbank im Vorjahr auf 2,77 Milliarden US-Dollar, was einen Anstieg von 74,6 Prozent im Vergleich zu 2022 darstellt. Nordkoreas mit Abstand größter Handelspartner ist die Volksrepublik China, gefolgt von Russland.

China und Russland sind die wichtigsten Handelspartner
Zuletzt hatte der russische Präsident Wladimir Putin im Juni die nordkoreanische Hauptstadt Pjöngjang besucht, wo er im Gespräch mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un eine engere Zusammenarbeit versprach. Sowohl die USA als auch Südkorea werfen dem nordkoreanischen Regime vor, Russland im Ukraine-Krieg mit Waffenlieferungen zu unterstützen. So soll Nordkorea unter anderem Artilleriemunition und Raketen an Russland geliefert haben.

Da die nordkoreanische Regierung keine zuverlässigen Daten zum Bruttoinlandsprodukt veröffentlicht, werden meist die seit 1991 veröffentlichten Schätzungen der südkoreanischen Zentralbank als Indikator für die wirtschaftliche Entwicklung des hermetisch abgeriegelten Nachbarstaates herangezogen. Die Schätzungen beruhen unter anderem auf nachrichtendienstlichen Quellen sowie Daten des Vereinigungsministeriums in Seoul.

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