Wohin man auch blickt in dem trauernden Königreich: Seit Tagen dominieren alte weiße Männer mit stiff upper lip das Staatszeremoniell. Verknöcherte Würdenträger in jahrhundertealter Maskerade verüben seltsame Rituale.
Auch jüngeren Leuten ist eine Rolle zugedacht - als Sargträger - und zum Dank haben sie ein öffentliches Vergnügungsverbot während zehn Tagen Staatstrauer. Darf es da noch wundern, dass sich Jugendproteste regen, die fast wie Majestätsbeleidigung behandelt werden?
Eine aktuelle, halboffizielle Umfrage über die Zustimmung zur Monarchie spricht Bände: 74 Prozent bei 65 plus, 67 Prozent bei 50-64-Jährigen, 49 Prozent bei 25-49-Jährigen, 24 Prozent bei 18-24-Jährigen.
Nichts gegen die Liebe zu Traditionen, Pomp und Klimbim, aber ist der 73-jährige Charles der geeignete Mann, der begreift, dass die verknöcherte Hofschranzengesellschaft eine Verjüngungskur braucht? Britische Monarchen sollten skandinavische Volkskönige werden. Für Reformen hätte Charles in Sohn William einen Ratgeber - bevor auch dieser im trübseligen Warten auf den Thron den Kontakt zur Welt draußen verliert (Sohn Harry ist geflüchtet).
Die Tatsache, dass die Briten die Republik vor Jahrhunderten einmal ausprobiert und als schlecht empfunden haben, hat die Monarchie nicht für alle Zeiten immunisiert. Schon die Eiserne Lady Margaret Thatcher war der Meinung, dass sie es eigentlich besser machen könnte ...









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