Zwar blieben spektakuläre Großfunde in der heurigen Grabungssaison in Aguntum im Osttiroler Dölsach aus, dennoch stießen Studenten aus aller Welt auf ein neues Gemäuer. Dies soll, so der Plan, spätestens im kommenden Jahr weiter untersucht werden. Es könnte sich dabei jedoch um eine größere Fläche handeln.
Münzen, eine Fibel und zahlreiche Keramikscherben – das war die Ausbeute der heurigen Grabungssaison in der alten Römerstadt Aguntum. Obwohl man im Gegensatz zu den Vorjahren auf spektakuläre Funde in Osttirol verzichten musste, zeigt sich Grabungsleiter Martin Auer vom Institut für Archäologie der Universität Innsbruck zufrieden: „Es konnten neue, an den jeweiligen Fundstellen durchaus unerwartete Mauerzüge entdeckt werden, von denen wir uns nach deren vollständiger Freilegung ein genaueres Bild erwarten.“
Zahlreiche Studenten aus unterschiedlichen Nationen (etwa den USA, Taiwan und Indien) nahmen auch heuer an der „International Summer School“ teil und untersuchten vier Wochen lang jeden Millimeter des historischen Händlerforums. Was veranlasst Studierende aus aller Welt, sich kostenpflichtig an Grabungen zu beteiligen? „Einerseits gibt es nicht so viele römische Grabungsstätte, andererseits fehlt an etlichen Universitäten ein eigenes Angebot für solche im Archäologiestudium verpflichtend vorgeschriebene Praktika“, weiß Auer.
Es handelt sich offenbar um die Umfriedung eines ovalen, mindestens 60 Meter langen und etwa 20 Meter breiten Platzes.
Grabungsleiter Martin Auer
Neuer Anlauf bei altem Mauerzug aus den 1970ern
Durch die Grabungen stieß man außerdem auf einen Kellerraum, der wohl zum ersten errichteten Forumsgebäude gehören soll. Außerdem legte das Team einen massiven Mauerzug der Therme wieder frei. Dieser wurde bereits vor rund 50 Jahren entdeckt und soll nun saniert werden. „Es handelt sich offenbar um die Umfriedung eines ovalen, mindestens 60 Meter langen und etwa 20 Meter breiten Platzes“, berichtet Auer. Worum es sich genau handelt, kann noch nicht gesagt werden. Möglich wäre jedoch eine Palästra, also ein Sportplatz. Spätestens im kommenden Jahr will man diesem Rätsel auf den Grund gehen.
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