So alt wie das Burgenland ist auch die Firma von Josef und Miriam Koó aus Steinberg-Dörfl. Am 6. August wird zum Geburtstagsfest geladen.
Die Familie Koo aus Steinberg Dörfl macht seit mehr als 100 Jahren Blau – auf ihre ganz eigene Art. Denn Josef Koó ist einer der letzten „Blaufärber“ Europas. „Zu der Zeit, als mein Großvater die Färberei erbaute, also 1921, war er einer von vielen“, erzählt Josef Koó. „Fiata und Schurz im traditionellen Blau gab es in jedem Haushalt. Aber auch hier ist die Zeit nicht stehen geblieben. Modernere Farben und Massenproduktion verdrängten nach und nach das aufwendige Handwerk“, so der Steinberg-Dörfler.
Für Handwerk entschieden
Trotzdem hat er sich für die Tradition und gegen seinen herkömmlichen Job – er war Grafiker in Wien – entschieden. Gemeinsam mit seiner Frau Miriam betreibt er seit 2008 seine Blaudruck-Werkstatt. Er lebt sein Handwerk und zwar auf die alte, die brauchtümliche Art und Weise. Das bemerkt man gleich, wenn man den Innenhof betritt und einem Koó selbst ausschließlich in Kleidung aus Blaudruck gewandet, entgegenkommt. Tradition sind ihm und seiner Frau wichtig. Aber genauso das „lebendig bleiben“ und Neues auszuprobieren.
Kooperation mit verschiedenen Firmen
Deshalb arbeiten die Koós auch immer wieder mit anderen Firmen zusammen. In Neusiedl am See sind zum Beispiel die Koryphäen langjährige Partner. Hier entstehen Kleidung und Gebrauchsgegenstände aus Blaudruck. Aber es gibt auch Schuhe, Dirndln von Designern und sogar ein Motorrad, nämlich die „Indigoó Pannonia Blue“, deren Sitzbank aus Blaudruck-Leder besteht.
2010 wurde der Original Burgenländische Indigo-Handblaudruck in das „UNESCO-Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Österreich“ aufgenommen. Seit 2018 gehört das Handwerk sogar zum immateriellen Weltkulturerbe. Der Blaudruck erlebt gerade wieder eine Renaissance. „Das Handwerk und seine Individualität sind wieder gefragt“, freut sich das Ehepaar Koó. Die Leute verstehen auch, dass die Stoffe und die Erzeugnisse daraus ihren Preis haben. Denn bis eine Stoffbahn fertig ist, dauert es. Zuerst wird bedruckt, dann heißt es vier bis sechs Wochen warten, bis die spezielle Harzmischung getrocknet ist. Danach wird gefärbt und wieder getrocknet. Zeit, die es aber wert ist zu warten, wie die wunderschönen Stoffe beweisen.








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