08.07.2022 11:00 |

Viele Unterschiede

Tiroler Landtagswahl: Kandidaten, bitte melden!

Nicht nur die Wirtschaft, auch die Parteien sind auf Personalsuche. Die Art und Weise, wie dieses rekrutiert wird, ist unterschiedlich. Der „Reißverschluss“ taugt als Patentrezept.

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Die schwarz-grüne Landesregierung unterscheidet sich in vielem – auch bei der Erstellung der Bezirks- und Landeslisten für die Landtagswahl. Während bei den Grünen die Digitalisierung auf allen Ebenen Einzug gehalten hat, tritt bei der ÖVP in einem späteren Stadium noch eine Art Schiedsgericht, genannt Reihungskommission, zusammen.

Beim Grünen Parteitag in Kufstein wurde bekanntlich Gebi Mair als Spitzenkandidat nominiert, auf Platz 2 folgt seine Teamkollegin Petra Wohlfahrtstätter. Platz 3 wird fix wieder eine Frau. „Damit ist sichergestellt, dass bei einer ungeraden Zahl an Mandaten der Reißverschluss zugunsten der Frau ausgeht“, sagt Pressechef Sebastian Miller. Das weitere Prozedere läuft dann so: Die Listenplätze drei bis acht werden von allen rund 400 Mitgliedern erneut digital gewählt und zwar in zwei Stufen: In der ersten Stufe sind zuerst alle Kandidaten, die bis 1. Juli eine Bewerbung abgeben. Dann wird von 15 bis 18. Juli digital gewählt. Die besten sechs schaffen es in die zweite Stufe. Sie kandidieren für die Plätze zwischen drei und acht. Auch hier wird wieder digital abgestimmt – in einem Wahlgang, der am 22. und 23. Juli stattfindet. Bei der Landesversammlung am 23. Juli wird dann bekannt gegeben, wer auf welchem Platz gewählt ist. „Unsere Liste muss paritätisch mit Männern und Frauen besetzt sein“, betonen die Grünen. Damit haben sie aber längst kein Alleinstellungsmerkmal mehr.

Reihungskommission und Reißverschluss bei der VP
Der Nominierungsprozess der Tiroler Volkspartei ist ebenfalls schon gestartet und läuft bis Ende Juli. Die Partei unter dem designierten Chef Anton Mattle nimmt sich einen Monat Zeit, um auf ihren Listen eine Mischung aus Erneuerung und Erfahrung, jung und alt , männlich und weiblich, zustandezubekommen. Mattle steht bereits als Landeshauptmann-Kandidat fest, er wurde einstimmig vom Landesparteivorstand gewählt.

Bis Mitte Juli können die Organisationseinheiten der Tiroler Volkspartei (Gemeinde-, Bezirks- und Landesorganisationen, Teilorganisationen, Landesparteiobmann) Kandidatinnen und Kandidaten für die Landtagswahl melden. Die Bezirksparteileitungen (Bezirksfunktionäre sowie Bürgermeister) wählen gleich darauf die Spitzenkandidaten für die neun Bezirkslisten. Die weiteren Kandidaten werden bis Ende Juli durch so genannte Reihungskommissionen (Bezirks- und Landesfunktionäre) festgelegt. Es gilt ein Reißverschlusssystem, also abwechselnd Mann-Frau.

Ende Juli fixiert der Landesparteivorstand den Wahlvorschlag, der Zustellungsbevollmächtigte und Landesgeschäftsführer Martin Malaun wird diesen dann einreichen.

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