30.06.2022 10:11 |

Angst vor Spionage

US-Behörde fordert TikTok-Bann von Apple & Google

Der Zwist um die chinesische Social-Media-App TikTok und ihren Umgang mit Nutzerdaten von US-Bürgern nimmt kein Ende: Nachdem die Trump-Regierung vor zwei Jahren mit einem Bann und dem erzwungenen Verkauf an ein US-Unternehmen scheiterte, fordert nun ein hochrangiger Vertreter der Kommunikationsbehörde FCC abermals den Rauswurf TikToks aus den App-Stores bei Apple und Google. Hintergrund sind Berichte über Zugriffe auf US-Nutzerdaten durch Personal in China.

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Stein des Anstoßes waren Insiderberichte von TikTok-Mitarbeitern in den USA. Demnach belegen Audiomitschnitte, dass Daten von US-Nutzern sehr wohl von Mitarbeitern in China eingesehen werden. Der „Master-Admin“ in Peking sehe alles, lautet ein Zitat aus einer internen Besprechung.

Carr fordert Rauswurf aus App Store & Play Store
Brendan Carr von der Federal Communications Commission (FCC) nimmt dies zum Anlass, die Aufforderung an Apple und Google zu erneuern, TikTok aus ihren App-Marktplätzen App Store und Play Store zu verbannen.

Carr warnt, TikTok sei der chinesischen Regierung hörig. „Sie sind gesetzlich dazu verpflichtet, Überwachungs-Anordnungen der chinesischen Regierung Folge zu leisten.“ Die jüngsten Berichte würden zeigen, dass TikTok sich nicht an die Richtlinien der App-Store-Betreiber halte. Rechtlich bindend ist Carrs Rauswurf-Forderung nicht: Die FCC kann Apple und Google nicht dazu zwingen, ein Rauswurf hätte wohl auch juristische Folgen.

Chinesisches Personal hat „im Bedarfsfall“ Zugriff
TikTok-Betreiber Bytedance mit Sitz in Peking betont gegenüber CNN, dass der gelegentliche Zugriff auf Daten von US-Nutzern nichts Ungewöhnliches sei. „Wie viele andere global tätige Unternehmen haben wir in aller Welt Teams von Ingenieuren.“ Man nutze Zugangskontrollen und Verschlüsselung, es sei aber durchaus möglich, dass „Ingenieuren an Standorten außerhalb der USA, darunter auch China, im Bedarfsfall und mit strikter Kontrolle Zugriff auf US-Nutzerdaten gewährt wird.“

Zitat Icon

Tatsächlich sagt TikToks Aussage, dass 100 Prozent des US-Nutzerdatenverkehrs über Oracle geleitet wird, nichts darüber aus, von wo auf diese Daten zugegriffen werden kann.

FCC-Kommissar Brendan Carr

Bytedance betont weiters, die Daten der US-Nutzer erst kürzlich auf Server des US-Unternehmens Oracle übersiedelt zu haben. Nutzerdaten von US-Nutzern auf TikToks eigenen Servern wolle man löschen. FCC-Kommissar Carr lässt das allerdings nicht gelten: TikTok habe in der Vergangenheit wiederholt Maßnahmen gesetzt, die keinen Schutz vor einem Zugriff durch die chinesische Regierung böten. Carr: „Tatsächlich sagt TikToks Aussage, dass 100 Prozent des US-Nutzerdatenverkehrs über Oracle geleitet wird, nichts darüber aus, von wo auf diese Daten zugegriffen werden kann.“

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