So kühlt man sich ab

Tiroler Mediziner gibt Tipps gegen extreme Hitze

Tirol
21.06.2022 17:00

Temperaturen jenseits der 30 Grad bringen die Tiroler dieser Tage ordentlich ins Schwitzen. Mediziner Hannes Wegscheider erklärt im Gespräch mit der „Krone“, was im Körper bei großer Hitze passiert und er gibt Empfehlungen, was dann zu tun ist.

„Krone“: Herr Dr. Wegscheider, warum ist Hitze für uns so gefährlich?
Hannes Wegscheider: 
Die Stoffwechselvorgänge des Körpers können nur in einem bestimmten Temperaturbereich korrekt ablaufen. Wenn die Umgebung zu heiß ist, hat er einen Mechanismus entwickelt, um sich selbst abzukühlen: Auf der Haut verdunstet Flüssigkeit und reguliert so unsere Temperatur. Durch das Schwitzen gehen aber extrem viel Flüssigkeit und Elektrolyte verloren. Dadurch kommt es zu einem Blutdruckabfall und die Organe werden nicht mehr ausreichend mit sauerstoffreichem Blut versorgt. Die Folge sind typische Symptome eines Hitzeschlages: Krämpfe, Schwindel bis hin zum Kollaps. Wenn man das nicht rechtzeitig erkennt und behandelt, kann es zu einem Multiorganversagen kommen und auch zum Tod führen.

Welche Menschen sind besonders betroffen?
Ältere Menschen, aber auch Kinder. Und auch kranke Menschen, die Probleme mit dem Herzkreislaufsystem haben.

Welche Empfehlungen können Sie bei Hitze geben?
Was ganz wichtig ist, besonders, wenn man Risikopatient ist, nicht bei der größten Hitze rausgehen. Erledigungen also eher in der Früh oder am späten Abend machen. Unnötige Anstrengung vermeiden, vielleicht lieber den Bus als das Rad nehmen. Richtige Kleidung tragen, Kunststoffkleidung verhindert die Temperaturregulation über die Haut - lieber luftige Kleidung aus Baumwolle. Vor allem: Ausreichend trinken, und zwar elektrolythaltige Flüssigkeit, nicht nur Leitungswasser.

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Wenn man nur Wasser trinkt, werden diese herausgeschwemmt. Elektrolyte sind beispielsweise in Fruchtsäften und Mineralwasser enthalten.

Hannes Wegscheider

Was sind Elektrolyte?
Blutsalze, wie beispielsweise Kalium, Kalzium, Natrium, Chlorid oder Magnesium. Wenn man nur Wasser trinkt, werden diese herausgeschwemmt. Elektrolyte sind beispielsweise in Fruchtsäften und Mineralwasser enthalten.

Was kann man noch tun?
Beim Lüften auf die Außentemperatur achten, also nicht zu Mittag lüften, wenn es am heißesten ist. Nasse Laken, die man aufhängt, können ein Ersatz für Klimaanlagen sein, am besten direkt vors Fenster hängen. Wenn möglich, eine Durchzugsluft herstellen. Man sollte auch direkte Sonneneinstrahlung vermeiden, sie ist schlecht wegen der enormen, zusätzlichen Hitze und der Verletzung der oberflächlichen Hautschicht (Sonnenbrand), wodurch durch einen Barriereverlust zusätzlich Flüssigkeit verloren geht.

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