18.06.2022 06:00 |

Triage bald Alltag?

Intensivstationen droht nun der Hitzekollaps

Die heimische Intensivmedizin erholt sich gerade von der Pandemie. Doch Experten warnen: Wegen Klimawandel und Naturkatastrophen könnte die Triage bald Alltag werden.

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Corona hat die heimische Gesundheitsversorgung an seine Grenzen gebracht - nicht nur in Bezug auf die Infrastruktur, sondern auch aus personeller Sicht. In vielen Krankenhäusern herrschte Ausnahmezustand, und es wird noch lange dauern, um alles aufzuarbeiten. So mussten mangels freier Intensivbetten viele Operationen verschoben werden.

Intensivmediziner schlagen Alarm
Vor allem Wien musste immer wieder auch Patienten aus anderen Bundesländern aufnehmen. Doch dieses Szenario könnte bald Alltag werden. Heimische Spitzenmediziner schlagen Alarm. Dr. Walter Hasibeder, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin, meint: „Trotz bester Ausstattung, Planung und Vorbereitung werden wir auch in Zukunft immer wieder vor dem Problem stehen, dass wir bei den intensivmedizinischen Ressourcen an die Grenzen des Machbaren oder darüber hinaus kommen.“

Verantwortlich dafür sei der Klimawandel, mit deutlich mehr Hitzewellen, extremen Wetterereignissen, Naturkatastrophen wie Überschwemmungen oder Waldbränden und neuen Epidemien.

Zitat Icon

Wegen des Klimawandels und dessen Folgen werden die Intensivstationen künftig häufiger überlastet sein.

Dr. Walter Hasibeder, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin

Vor allem Ältere und Säuglinge betroffen
Hasibeder: „Vieles spricht dafür, dass Situationen, in denen besonders viele Menschen gleichzeitig intensivmedizinische Hilfe benötigen, häufiger auftreten werden.“ Studien würden bei Hitzewellen eine Zunahme von Krankenhauseinweisungen, unter anderem aufgrund von Herzinfarkten und Schlaganfällen, schweren Virenerkrankungen oder Nierenfunktionsstörungen und Dehydratation zeigen.

Triage vermutlich bald Alltag
Hasibeder zeichnet ein düsteres Bild: „Bei knappen Ressourcen müssen wir einen gerechten Zugang zur Versorgung sicherstellen.“ Dabei würde man an Kriterien für eine Triage nicht herumkommen.

Diese müssten nicht nur das Potenzial einer Genesung berücksichtigen, sondern auch, ob Patienten in der Lage und auch bereit seien, die Belastungen einer solchen Versorgung zu tragen. 

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