16.05.2022 18:00 |

Drei Jahre nach Ibiza

Gudenus: „Strache schuldet mir Entschuldigung“

Was wurde eigentlich aus ...? Drei Jahre nach dem Polit-Skandal gehen die früheren Parteifreunde Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus unterschiedliche Wege.

Artikel teilen
Drucken
Kommentare
0

Vor drei Jahren sorgte die Veröffentlichung des Ibiza-Videos für ein Polit-Beben. Die beiden Hauptdarsteller der Video-Falle mit einer „schoafen Russin“ als vermeintliche Oligarchen-Nichte in einer muffigen Finca auf der spanischen Partyinsel, FPÖ-Chef Strache und der blaue Partei-Grande Gudenus, traten zurück. Türkis-Blau war damit Geschichte.

Nachwehen des Polit-Bebens dauern bis heute
Bis heute dauern die Nachwehen samt Ermittlungen der Korruptionsstaatsanwaltschaft und sichergestellten Handy-Chats, über die letztlich auch Kanzler Kurz stürzte, an. Aber was wurde aus den einstigen blauen Parteifreunden, die nach dem Skandal getrennte Wege gingen?

Strache bittet immer wieder um Spenden
Für Strache ist es sowohl juristisch als auch beruflich bisher eher schlecht gelaufen. Eine (nicht rechtskräftige) Verurteilung, eine weitere Anklage wegen Bestechlichkeit und die noch offene Spesen-Affäre sorgen für horrende Anwaltskosten. Immer wieder bittet der einstige freiheitliche Frontmann deshalb in sozialen Netzwerken um Spenden.

Gudenus nun als Berater tätig
Ganz anders bei „Joschi“, wie ihn Freunde nennen. Als Berater führen ihn neue Jobs von Moskau über Peking bis jüngst zu einem Wirtschaftsforum nach Bosnien. Strafrechtlich sind etwa die Drogengeschichten („Schnee von gestern“) schon abgeschlossen, lediglich im umfangreichen Casino-Akt wird noch ermittelt.

Entschuldigung von Strache noch ausständig
Während HC für die PULS-24-Doku „Zurück zum Ende“ wieder in die Ibiza-Villa reiste, hat Gudenus „damit abgeschlossen“ - will aber noch eines: „Er schuldet mir eine Entschuldigung, weil er mich und meine Frau immer wieder mit der Falle in Verbindung brachte.“ Angenähert haben sich die einstigen Parteifreunde zuletzt ja wieder bei einem Geburtstagsfest im Schlosshotel Velden am Wörthersee.

Scharfe Kritik an EU-Sanktionen gegen Russland
Ganz kann Gudenus freilich im „Krone“-Gespräch die Politik nicht lassen. Denn ausgerechnet er, der einst mit FPÖ-Spitzen den Freundschaftsvertrag mit der Putin-Partei feierte, lässt mit scharfer Kritik an den EU-Sanktionen gegen Russland aufhorchen.

„Russland-Sanktionen ökonomischer Amoklauf“
„Die EU schneidet sich ins eigene Fleisch. Sanktionen auch im Energiebereich schaden vor allem unserer Wirtschaft. Ein ökonomischer Amoklauf von verantwortungslosen Politikern, den wie immer die Bürger zahlen müssen.“

Nachsatz: „Deswegen bin ich kein Putin-Versteher, sondern ein Heimatversteher.“

Christoph Budin
Christoph Budin
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Samstag, 02. Juli 2022
Wetter Symbol
(Bild: Krone KREATIV)