Kartnig-Prozess

Foda, Mählich und Kocijan als Zeugen vor Gericht

Steiermark
28.06.2011 12:43
Die Zeugenliste für diese Woche im Prozess gegen Ex-Sturm-Präsident Hannes Kartnig und sieben Mitbeschuldigte liest sich wie die Aufstellung zu den Glanzzeiten des Klubs in den 90er-Jahren. Nur das Spielfeld ist ein anderes - das Grazer Straflandesgericht. Am Dienstag waren Franco Foda, Roman Mählich und Tomica Kocijan am Wort. Wer hat wie viel verdient, und was wurde schwarz ausgezahlt, wollte Richter Karl Buchgraber wissen.

"Herr Kartnig war auf Urlaub, weil er so braun ist", leitete Richter Buchgraber den 28. Verhandlungstag mit einer scherzhaften Bemerkung ein. "Aber nein, die Medien schreiben das immer falsch", winkte der Ex-Präsident - diesmal im Marine-Look mit weißer Hose, weißem Hemd und dunkelblauem Blazer - ab.

Nicht ganz so heiter verlief dann die Befragung des jetzigen Sturm-Trainers Foda, der von 1997 bis 1999 als Spieler dem Klub angehört hatte. Er gab an, er habe seinen Vertrag mit Kartnig abgeschlossen, ausgemacht seien 12.700 Euro monatlich gewesen, laut Vertrag netto. Dass ein zweiter Vertrag existierte, in dem die gleiche Summe als Brutto-Lohn angegeben war, kümmerte Foda nicht wirklich. Kartnig übrigens auch nicht, obwohl er beide unterzeichnet hat: "Ich hab' einfach unterschrieben", meinte er dazu ungerührt.

Foda: "Ich habe kein Schwarzgeld bezogen"
Foda wurde auch ein Auto zur Verfügung gestellt. "Haben Sie sonstige Schwarzgelder bekommen?", fragte der Richter ganz direkt. "Ich habe kein Schwarzgeld bezogen. In Deutschland gab es nur Brutto-Verträge, ich war selbst erstaunt über den Netto-Vertrag hier", meinte er. "Ihnen war nur wichtig, dass sie 12.700 Euro im Monat bar auf die Hand bekommen haben?", so der Richter. "Nicht bar, sondern auf mein Konto", korrigierte Foda.

Auch Mählich, von 1995 bis 2003 bei Sturm, war als Zeuge geladen. Er hatte einen Vertrag über rund 11.000 Euro, dazu kamen "recht ansehnliche Erfolgsprämien", so der Richter. Diese Prämien, die Mählich nicht überwiesen bekommen, sondern immer selbst bei der Bank abgehoben hatte, interessierten das Gericht.

Mählich: "Weiß ich nicht mehr, tut mir leid"
Doch der Ex-Sturm-Spieler gab an, er könne sich beim besten Willen nicht mehr daran erinnern. Und das, obwohl Summen von rund 7.200 bis über 30.000 Euro darunter waren. "Weiß ich nicht mehr, tut mir leid", blieb Mählich eisern bei seinen Angaben. Dass er einen Wohnungszuschuss bekommen hatte, wusste er noch, die Höhe dagegen nicht. Und ein Auto wurde ihm zur Verfügung gestellt, daran erinnerte er sich auch. "Herr Mählich, haben Sie von Sturm Schwarzgeld bekommen oder nicht?", fasste es einer der Verteidiger zusammen. "Nein", kam die logische Antwort.

Befragt wurden außerdem der frühere Spieler Kocijan und der ehemalige Tormann-Trainer Michael Krenn, die ebenfalls nur die Netto-Verträge bestätigen konnten.

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