23.03.2022 10:05 |

Konzentration höher

Europas Seen enthalten mehr Mikroplastik

Die Konzentration an Mikroplastik in europäischen Seen hängt eng damit zusammen, wie stark der Mensch in ihrem Umfeld aktiv ist. Ein internationales Team mit österreichischer Beteiligung fand heraus, dass bisherige Studien zur Verunreinigung der Seen den Gehalt an kleinsten Plastikpartikeln eher unterschätzten. Mikroorganismen können die Belastung reduzieren.

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Gerade in Seen können sich vom Menschen verursachte Verunreinigungen lange halten und anhäufen, da der Wasseraustausch in den meisten Fällen relativ lange dauert. Dazu komme, dass sich rund um die Gewässer oft viele potenzielle Verschmutzer, wie Siedlungen oder landwirtschaftliche Betriebe befinden.

Ein Forschungsteam um Andrew Tanentzap von der University of Cambridge (Großbritannien), dem u.a. auch der ebenfalls dort tätige österreichische Wissenschafter Erwin Reisner angehörte, analysierte eine Vielzahl an mit Schleppnetzen gesammelten Proben aus insgesamt 67 Seen in mehreren europäischen Ländern. „Gefischt“ wurden die zwischen 310 Mikrometer und fünf Millimeter kleinen Partikel und Mikrofasern zwischen April und September 2019.

95 Prozent der Teilchen sind menschgemacht
Von See zu See waren die gefundenen Konzentrationen recht unterschiedlich, im Schnitt aber höher als in vorangegangenen Untersuchungen festgestellt wurde, zitiert das Fachblatt "PLOS Biology. Diese Anteile seien vergleichbar mit bisher aus Flüssen oder aus dem Meer bekannten Konzentrationen. Unter dem Mikroskop entpuppten sich 95 Prozent der gefundenen winzigen Teilchen als menschgemacht.

Das stärkste Vorhersagekriterium für die Verschmutzung war das Ausmaß an menschlichen Aktivitäten rund um das Gewässer. Sind Menschen in der Region sehr präsent, vervierfacht sich im Schnitt die Partikelkonzentration. Je weniger Wald sich in der Umgebung findet, desto höher ist die Belastung.

In vielen Gebieten werde die Verschmutzung durch den Menschen weiter zunehmen, halten die Forscher fest. Die mit der vorgestellten Methode gefundenen Erkenntnisse sollen jedenfalls dabei helfen, künftig Gewässer zu identifizieren, die ein besseres Abfall- und Abwassermanagementsystem bräuchten. Während das Thema „Mikroplastik“ im Zusammenhang mit den Ozeanen viel Beobachtung erfahre, zeige die Studie, dass das Problem in Seen ebenso präsent, aber „untererforscht“ ist, heißt es.

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