In der Debatte um die Aufweichung des Verbrenner-Verkaufsverbots ab 2035 widerspricht Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ) dem Koalitionspartner ÖVP. „Gerade jetzt braucht der Umstieg auf emissionsfreie Antriebe klare politische Rahmenbedingungen und keinen Zickzackkurs“, mahnt Hanke.
Das Zieljahr 2035 sei laut Hanke richtig, etwaige Nachjustierungen müssen jedoch auf Basis eindeutiger Ziele und Vorgaben und im Einklang mit den klimapolitischen Bekenntnissen der EU erfolgen. „Nötig sind konkrete Verhältnisse auf dem Weg zur Mobilitätswende“, betont Hanke.
Er befürchtet durch die ungeklärten Verhältnisse einen Wettbewerbsnachteil für die wichtige europäische Kfz-Industrie gegenüber chinesischen Autoherstellern.
Man darf die Menschen und die Automobilbranche nicht weiter verunsichern. Nötig sind konkrete Verhältnisse auf dem Weg zur Mobilitätswende.
Österreichs Mobilitätsminister Peter Hanke (SPÖ)
Der rote Minister möchte den finalen Vorschlag der EU-Kommission abwarten und ihn gemeinsam mit den Experten in seinem Ministerium sorgfältig prüfen. Für Hanke steht außer Frage, dass die E-Mobilität die Zukunft ist.
ÖVP-Kanzler geht Verbrenner-AUs nicht weit genug
Die ÖVP hatte am Dienstag das Verbrenner-Aus ab 2035 begrüßt, für Kanzler Christian Stocker (ÖVP) geht es jedoch nicht weit genug.
Hattmannsdorfer begrüßt Kursänderung
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) erklärte am Mittwoch, dass so die Branche geschützt werden soll. „Wenn wir die Tausenden Arbeitsplätze in der Automobilindustrie und die vielen Unternehmen, die sie sichern, in Europa halten wollen, dürfen wir sie nicht durch selbst auferlegte Vorgaben vertreiben“, erklärte Hattmannsdorfer.
Gefährdete Arbeitsplätze
„Kurzfristige Profitinteressen und ideologische Sturheit ruinieren die Perspektiven einer ganzen Branche“, befürchtet die Sprecherin für Wirtschaft und Mobilität der Grünen, Elisabeth Götze, die Gefährdung Hundertausender Jobs in Europas Autoindustrie infolge der Abkehr vom Verbrenner-Aus. Die Diskussion um das Verbrenner-Aus werde oft als reine Klimaschutzdebatte geführt – dabei gehe es längst um weit mehr: „Es geht um die Menschen und darum, ob es in 20 Jahren überhaupt noch sichere und gut bezahlte Jobs in der europäischen Autoindustrie geben wird.“
CO2-Flottenemissionen müssen nur noch um 90 Prozent sinken
Die EU-Kommission hatte am Dienstag grünes Licht für das Aus des gänzlichen Endes für neue Autos mit Verbrennermotor ab 2035 gegeben. Die CO2-Flottenemissionen müssen nach den neuen Regelungen ab 2035 nur noch um 90 Prozent sinken, statt um 100 Prozent. Damit können auch danach noch neue Autos zugelassen werden, die mit Benzin oder Diesel fahren. Im Gegenzug müssen die Autobauer diese Emissionen durch den Einsatz von grünem Stahl aus der EU oder durch die Nutzung von CO2-neutralen Kraftstoffen wettmachen.
Österreich schon längst am Weg zur E-Mobilität
Die E-Mobilität ist in Österreich bereits in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Während 2024 noch 17,6 Prozent der neu zugelassenen Pkw rein elektrisch angetriebene Autos waren, werden es 2025 über 21 Prozent sein. Seit Oktober sind eine Viertelmillion E-Pkws in Österreich zugelassen. Gleichzeitig wird die Ladeinfrastruktur massiv ausgebaut. Mittlerweile gibt es rund 35.000 Ladepunkte im Land, 7000 mehr als noch im Mai. Die Zahl der Ultra-Schnellladepunkte hat sich innerhalb eines Jahres auf 3600 verdoppelt.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.