Putin ist gnadenlos

Ukraine entsetzt von „mittelalterlichen Raubzügen“

Außenpolitik
21.12.2025 21:09
Porträt von krone.at
Von krone.at

Russische Soldaten haben Ukrainer aus der Grenzregion Sumy im Nordosten des Landes nach Russland verschleppt. Auch die Angriffe setzen sich fort: Unter anderem hat eine russische Drohne in der Region der ukrainischen Küstenstadt Odessa einen Sonnenblumenöltank getroffen.

Soldaten der russischen Streitkräfte hätten bereits am Donnerstag ungefähr 50 Einwohner des Dorfs Hrabowske gefangen genommen und am Samstag nach Russland verschleppt, schrieb der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez auf Telegram unter Berufung auf vorläufige Informationen.

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha bat die internationale Gemeinschaft um Hilfe. Dieses Kriegsverbrechen sollte auch auf internationaler Ebene geahndet werden, schrieb er auf X. „Mit derartigen mittelalterlichen Raubzügen zeigt (Wladimir) Putins Russland, dass es sich nicht von terroristischen Gruppierungen wie der Hamas oder IS unterscheidet.“ Zudem zeige dieser Zwischenfall die dauerhafte Bedrohung durch die russische Nachbarschaft auf. Daher benötige die Ukraine einen dauerhaften Frieden. „Ein Leben neben Terroristen fordert Stärke und robuste internationale Garantien.“

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Ein Leben neben Terroristen fordert Stärke und robuste internationale Garantien.

Andrij Sybiha

Behörden wandten sich an russische Menschenrechtsbeauftragte
Lubinez gab an, sich an die russische Menschenrechtsbeauftragte und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz gewandt zu haben. Er appellierte an die Ukrainer, dass es gefährlich sei, in der Kampfzone zu bleiben und die Evakuierung eine Chance darstelle, sich und Angehörige zu retten.

Ukrainische Medien meldeten unter Berufung auf das Militär, dass es sich bei den etwa 50 Personen überwiegend um Menschen handle, die eine Evakuierung ins Landesinnere der Ukraine zuvor abgelehnt hätten. Der Militärgouverneur der Region, Oleh Hryhorow, schrieb in sozialen Medien, dass die Evakuierung aus den Grenzgemeinden in der Region Sumy andauere. Es seien auch Anrainer evakuiert worden, die sich zuvor geweigert hatten, das Gebiet zu verlassen.

Ein beschädigtes Gebäude in der ukrainischen Hauptstadt Kiew
Ein beschädigtes Gebäude in der ukrainischen Hauptstadt Kiew(Bild: AP/Evgeniy Maloletka)

Russische Drohne traf Tank mit Sonnenblumenöl in Hafen Odessa
Zudem wird die Ukraine weiterhin aus der Luft attackiert. In letzter Zeit richten sich die Angriffe zunehmend gegen zivile Einrichtungen. Neben Objekten der Energieversorgung werden Hafenanlagen ins Visier genommen, um möglichst großen wirtschaftlichen Schaden anzurichten.

Getroffen wurde diesmal auch ein Sonnenblumenöltank: Nach dem Einschlag der Kampfdrohne war eine große Stichflamme über dem riesigen Behälter im Hafen von Piwdenne zu sehen, wie ein Video auf einem regionalen Nachrichtenkanal auf Telegram zeigt. Aufnahmen belegen, wie Straßen rund um die Tanks mit Sonnenblumenöl überflutet sind. Die Schäden konnten nicht unabhängig bestätigt werden. Auch aus Odessa selbst wurden Explosionen gemeldet. Die Bewohner von Piwdenne wurden vor weiteren Angriffen gewarnt und aufgefordert, Schutzräume aufzusuchen.

Erst vor wenigen Tagen hatten russische Militärs dort einen Tank mit Sonnenblumenöl angegriffen und beschädigt. Piwdenne ist einer von drei Häfen, die von der Ukraine zum Export von Getreide und anderen landwirtschaftlichen Produkten genutzt werden.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Lage in der Region Odessa als schwierig bezeichnet. Russland verstärke seine Angriffe, um der Ukraine den Zugang zum Schwarzen Meer zu blockieren. Angesichts der zunehmenden russischen Attacken auf Odessa und Umgebung hat Selenskyj eine Verstärkung und Neuorganisation der regionalen Flugabwehr angeordnet.

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