Di, 16. Oktober 2018

Grenzen aufgezeigt

29.05.2011 15:00

Alex Ferguson: "So hat uns noch nie jemand verprügelt"

Manchester United sind im Champions-League-Finale gegen den FC Barcelona klar die Grenzen aufgezeigt worden, Englands Meister war chancenlos. Dessen war sich auch Coach Sir Alex Ferguson bewusst. "Ich bin noch nie auf so eine Mannschaft getroffen, sie haben uns mit ihren Kombinationen verzaubert. So hat uns noch nie jemand verprügelt", sagte der Manchester-United-Trainer nach der zweiten Final-Niederlage gegen Barcelona nach 2009.

Ferguson bemängelte zwar, dass sein Team ungeachtet der Brillanz Barcelonas unter seinen Möglichkeiten geblieben war - "wir hätten besser spielen können" - hielt sich aber nicht mit der Analyse der eigenen Versäumnisse auf. Der 69-Jährige hätte sonst wohl zugeben müssen, dass er mit seiner offensiven 4-4-1-1 Aufstellung exakt jenen Fehler wiederholt hatte, der United schon beim 0:2 in Rom vor zwei Jahren chancenlos blieben ließ. Mit nur zwei zentralen Mittelfeldspielern war der englische Meister vor der eigenen Abwehr stets in Unterzahl.

Fatale Erinnerungen an 2009
Der Spielverlauf erinnerte aus United-Sicht fatal an die Demütigung in der italienischen Hauptstadt, wo Samuel Eto'o die Partie nach neun Minuten entschieden hatte. Der Unterschied war, dass Barca am Samstag noch besser, United aber wenigstens bis zur Pause im Spiel geblieben war. "Wir haben ein bisschen Druck auf sie ausgeübt und es 15 Minuten länger als in Rom ausgehalten (Anm.: ohne Gegentor zu bleiben)", sagte Torhüter Edwin van der Sar mit einer Spur von Sarkasmus.

Der 40-jährige Niederländer war einer der wenigen United-Spieler, die nach der Niederlage Stellung bezogen. Nach dem letzten Match in seiner langen glorreichen Karriere wollte er sich nicht wie ein Dieb in die Nacht davon stehlen. "Vielleicht war es ein Spiel zu viel für mich", sagte Van der Sar selbstkritisch, Pedro Rodriguez und Lionel Messi hatten ihn bei den ersten beiden Treffern auf dem falschen Fuß erwischt.

"Barcelona für uns nicht zu schlagen"
Aber in der Summe spielte Barcelona so grandios, so majestätisch, dass diese Kleinigkeiten nicht wirklich ins Gewicht fielen. "Wir hatten einfach Pech", sagte Van der Sar abschließend: "Wir mussten zweimal gegen eine Mannschaft im Finale spielen, die für uns nicht zu schlagen war."

Van der Sars Abschied stand schon vorher fest, doch das Finale könnte auch das Ende eines anderen Profis bei United einläuten. Dimitar Berbatow, der von Ferguson nicht einmal für die Bank nominiert worden war, soll angeblich das Stadion schon vor dem Anpfiff verlassen haben. Der Trainer beteuerte zwar, dass der Angreifer mit in der Kabine war, aber von den gut 87.000 Zuschauern hatte ihn niemand gesehen. Die Zeit des Bulgaren im "Old Trafford" scheint abgelaufen zu sein.

Wayne Rooneys "einsamer Kampf"
Nichts vorwerfen konnte sich Wayne Rooney. "Er war der Situation gewachsen, aber kämpfte einen einsamen Kampf", schrieb der "Independent". Rooney bot nach zwei schwachen WM-Turnieren und zwei unscheinbaren Champions-League-Endspielen im dritten Versuch endlich jene Leistung, die seinem enormen Talent entspricht.

Mit seinem 1:1 in der 34. Minute gab er Englands Meister kurz Hoffnung auf ein Wunder, aber mit der Herkulesaufgabe, das Spiel anzukurbeln und gleichzeitig Barcelonas unendliche Passfolgen zu unterbinden, war auch der unbändige Sohn eines Amateur-Boxers überfordert.

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Sportticker
Nations League
Englands „Three Lions“ auf 3:2-Beutezug in Spanien
Fußball International
Deutsche Fußball-Krise
Rücktritt? Joachim Löw spricht jetzt Klartext!
Fußball International
Haft- und Geldstrafen
GAK- und Sturm-Fans nach Randalen verurteilt!
Fußball National
„Haben starke Spieler“
Dänemark-Teamchef zeigt Respekt vor ÖFB-Team
Fußball International
ManCity-Star freut‘s
Kompany-Papa - vom Flüchtling zum Bürgermeister!
Fußball International
Prügelei mit Popstar
Schuss in Spital! Türkei-Star drohen 12 Jahre Haft
Fußball International
Er bleibt cool
Gibt Ronaldo eine Million für Verteidigung aus?
Fußball International

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.