Vorräte werden knapp

Hauptstadt eingekesselt: Jetzt Panzerring um Kiew

Ausland
12.03.2022 10:15

Es dürfte blutiger Ernst werden für die Menschen, die sich noch in Kiew aufhalten - sei es, um die ukrainische Hauptstadt gegen die russischen Angreifer zu verteidigen, sei es, weil es ihnen nicht gelungen ist, rechtzeitig aus der bisherigen Drei-Millionen-Metropole zu entkommen. Mehrere Städte meldeten in der Nacht auf Samstag erneut Kämpfe und Beschuss. In der Hauptstadt Kiew wurde mindestens drei Mal Flugalarm ausgelöst.

Jedenfalls versuchen die Russen offenbar, einen Panzerring um Kiew zu ziehen (siehe auch Video oben). Der zwischenzeitlich bis zu 60 Kilometer lange russische Militärkonvoi, der in den vergangenen Tagen wegen Reifenschäden und Nachschubproblemen sowie aufgrund gezielter Angriffe der Ukrainer ins Stocken geraten war, hat sich wieder in Bewegung gesetzt. Die russischen Kommandierenden bringen Panzer und schwere Artillerie in Stellung.

Der Konvoi hat sich Satellitenbildern zufolge weitgehend aufgelöst. In den Ortschaften rund um den Antonow-Flughafen im Norden Kiews sowie in den umliegenden Wäldern seien Panzer, gepanzerte Fahrzeuge sowie Raketenwerfer in Stellung gegangen. Nur über den Süden sei es noch möglich, Kiew zu verlassen.

London: „Offensiven in den kommenden Tagen“
Auch Militärexperten der britischen Regierung halten es für wahrscheinlich, dass der russische Angriff auf die ukrainische Hauptstadt knapp bevorsteht. „Russland wird wohl versuchen, seine Kräfte neu aufzustellen für erneute Offensiven in den kommenden Tagen. Das wird wahrscheinlich auch Militäraktionen gegen die Hauptstadt Kiew einschließen“, so die Einschätzung des Verteidigungsministeriums in London.

Aus den USA heißt es ebenfalls, dass die Russen sich in den vergangenen 24 Stunden Kiew um weitere fünf Kilometer genähert hätten. Teilweise konnten ukrainische Truppen sich erfolgreich zur Wehr setzen. Die Schlacht um Kiew dürfte aber unmittelbar bevorstehen.

Kiew: „Vorräte für ein bis zwei Wochen“
Der Bürgermeister, Ex-Boxer Vitali Klitschko, erklärte, dass es in der Stadt Vorräte für ein bis zwei Wochen gebe. Und er bekräftigte den Verteidigungswillen der Ukrainer: „Wir haben keinen anderen Weg. Wir werden nicht aus unserem Zuhause flüchten. Wir werden für unsere Werte kämpfen, für unsere Familien, unsere Häuser, unsere europäische Zukunft. Aber wir brauchen Unterstützung.“

Auch Russen veröffentlichen jetzt Videos
Vor allem im Osten der Ukraine rücken die Russen jedenfalls immer weiter vor - und parallel zu den Feuergefechten tobt seit Kriegsbeginn auch eine Informationsschlacht: Jeder zerstörte russische Panzer wird von der Ukraine fotografiert und ins Netz gestellt, jeder Flugzeugabschuss gefeiert.

Doch auch Russland veröffentlicht mittlerweile Videos (Screenshots oben): etwa Ukrainer, die im Schutz von Wohngebäuden Lenkwaffen und Schützenpanzer in Stellung bringen. Brisant: Menschen als Schutzschilde zu nutzen, wäre ein Völkerrechtsverstoß.

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