10.03.2022 18:14 |

Möglicher Großangriff

Klitschko: Kiew wurde „in eine Festung verwandelt“

Während ein Treffen der Außenminister von Russland und der Ukraine am Donnerstag ergebnislos verlief, hat sich die ukrainische Hauptstadt Kiew für einen russischen Großangriff gerüstet gezeigt. „Kiew ist in eine Festung verwandelt worden“, sagte Bürgermeister Vitali Klitschko im ukrainischen Fernsehen. Unterdessen gab es weiter Bemühungen Zivilisten aus den umkämpften Gebieten zu evakuieren. In der belagerten Stadt Mariupol dürfte dies jedoch erneut gescheitert sein.

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Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs setzten die russischen Streitkräfte in der Nacht auf Donnerstag ihre „offensive Operation“ zur Einkesselung der Hauptstadt fort. AFP-Reporter sahen, wie gepanzerte russische Fahrzeuge am Nordostrand von Kiew auffuhren. Ukrainische Soldaten berichteten von schweren nächtlichen Gefechten um die Kontrolle über die Hauptzufahrtsstraße zur Hauptstadt.

Klitschko: „Jede Straße verstärkt“
„Das Hauptziel der Russen ist, Kiew zu erobern“, sagte Bürgermeister Klitschko. Auch die Regierung solle gestürzt werden. „Ich möchte sagen, dass diese Pläne nicht umgesetzt werden“, meinte er. „Jede Straße, jedes Gebäude, jeder Kontrollpunkt sind verstärkt worden“, sagte Klitschko im ukrainischen Fernsehen. „Kiew ist in eine Festung verwandelt worden.“

Laut Klitschko flüchteten seit Kriegsbeginn bereits knapp zwei Millionen Bewohner aus der Hauptstadt: „Nach unseren Informationen hat einer von zwei Bewohnern von Kiew die Stadt verlassen.“ Im Großraum Kiew lebten vor dem Krieg rund 3,5 Millionen Menschen.

Massive Luftangriffe auf Mariupol
Auf die von russischen Truppen belagerte ukrainische Hafenstadt Mariupol gab es am Donnerstag nach Angaben des Stadtrats neue Luftangriffe. In der Nähe eines Wohnhauses seien Bomben abgeworfen worden, teilte der Stadtrat zu Mittag im Nachrichtenkanal Telegram mit. Die Technische Universität in der Nähe des Stadtzentrums sei getroffen worden. Angaben zu Opfern lagen zunächst nicht vor. Auf einem Video waren Einschläge zu sehen. Ein Platz war übersät mit Trümmern.

Die Ukraine plante am Donnerstag weitere Evakuierungen von Zivilisten aus den umkämpften Städten im Norden und Osten des Landes sowie der Hauptstadt Kiew. Evakuiert werde vor allem aus dem Gebiet Sumy an der russischen Grenze in Richtung des zentralukrainischen Poltawa, hieß es aus dem.

„Sabotage“ erschwert Evakuierungen
Aus der Stadt Isjum im Osten des Landes seien etwa 2000 Menschen gerettet worden, sagte der Leiter des Gebiets Charkiw, Oleh Synjehubow, auf Facebook. 44 Busse seien im Einsatz gewesen, um Bewohner in sichere Regionen zu fahren. Ebenso werde versucht, Menschen aus Isjum im Gebiet Charkiw und den belagerten Städten Mariupol und Wolnowacha im Donezker Gebiet in sichere Regionen zu bringen.

In Mariupol dürfte die Evakuierung allerdings neuerlich gescheitert sein. Ein Hilfskonvoi musste nach ukrainischen Angaben wieder umkehren, bevor er die eingekesselte Stadt im Süden der Ukraine erreicht hat. Die humanitäre Situation in der Stadt ist katastrophal. Vor allem in Mariupol war die Lage aber weiterhin prekär. Die Menschen müssen seit Tagen ohne Strom, Wasser, Heizung und unter ständigem Beschuss ausharren. Mehrere Versuche zur Einrichtung eines Fluchtkorridors scheiterten. Beide Seiten warfen sich Sabotage vor.

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