Do, 21. Juni 2018

Zwei Jahre Haft

18.05.2011 11:50

Haus von Sandro H. in Brand gesteckt: Mann verurteilt

Wegen schweren Betruges ist ein 39-jähriger Kärntner am Mittwoch am Landesgericht Klagenfurt zu einer bedingten Haftstrafe verurteilt worden. Der Mann hatte im Auftrag des ehemaligen Bordellbetreibers Sandro H., nach dem international gesucht wird, dessen Haus in Klagenfurt in Brand gesteckt. Sandro H. kassierte danach die Versicherungssumme in Höhe von rund 320.000 Euro, doch der Betrug flog auf (wir berichteten). Der Brandstifter fasste nun zwei Jahre bedingt aus, das Urteil ist nicht rechtskräftig. Das Anwesen hat inzwischen einen neuen Besitzer.

Der Ex-Bordellbetreiber Sandro H. hatte den Angeklagten im November 2006 dazu angestiftet, sein Haus (Bild) in Brand zu stecken. Zuvor wollte er aus seinem Bordell ein Laufhaus machen. Laut Staatsanwalt Helmut Jamnig wurden ihm die Genehmigungen dafür aber nicht erteilt, worauf er auf die Idee mit dem Versicherungsbetrug kam.

Nach Haft in Paraguay untergetaucht
Der Angeklagte und Sandro H. hatten früher gemeinsam als Türsteher gearbeitet, eine richtige Freundschaft habe sie aber nicht verbunden. "Er hat gesagt, er kann es nicht selbst machen, ich habe dann gesagt, ich mache es", erklärte der Mann vor Gericht. Der Hausbesitzer, der sich bis vor Kurzem wegen Mordverdachts in Paraguay in Haft befunden hat, nach seiner Entlassung untergetaucht ist und von der Kärntner Polizei gesucht wird, hatte dem Angeklagten genaue Anweisungen gegeben.

Dieser befolgte sie auch, er fuhr mit dem Fahrrad zu der Adresse im Klagenfurter Stadtteil St. Ruprecht. Die Tür war, wie mit dem Auftraggeber abgesprochen, nur angelehnt. Der Brandstifter ging ins Haus, nahm die vorbereiteten Benzinkanister und verteilte den Brandbeschleuniger vom ersten Stock über die Stiege bis ins Erdgeschoß. Dann legte er Feuer und fuhr nach Hause. Dort gab er dem Auftraggeber mit dem Wort "Okay" telefonisch Bescheid, dass das Haus brannte, und vernichtete wie vereinbart die SIM-Karte des Telefons.

Brandstifter: "Habe mir nichts dabei gedacht"
Die Brandstiftung gab der Angeklagte zu, vom Versicherungsbetrug wollte er allerdings nichts gewusst haben. "Ein mutmaßlicher Zuhälter sagt Ihnen, Sie sollen sein Bordell abfackeln, seine Goldgrube zuschütten? Was glauben Sie, mit welchem Zweck?", fragte ihn Richterin Michaela Sanin. Die Antwort: "Ich habe mir nichts dabei gedacht. Ich wusste nicht einmal, dass das ein Bordell ist, er hat mir gesagt, mir kann nichts passieren."

"Nicht nobelpreisverdächtig intelligent"

Die Richterin verurteilte den 39-Jährigen, dieser hätte davon ausgehen können, dass sein Auftraggeber mit der Brandstiftung zu Geld kommen wolle. Das Argument des Angeklagten: "Er hat gesagt, er will das Haus sanieren", quittierte Sanin mit dem Satz: "Ja, das macht man aber mit neuen Tapeten oder legt neue Böden hinein, aber zündet es nicht an." Der vom Staatsanwalt als "nicht nobelpreisverdächtig intelligent" bezeichnete Angeklagte nahm das Urteil an, der Ankläger gab keine Erklärung ab.

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