Neue EU-Verordnung

Steirische Biofelder werden mit Schildern übersäht

Steiermark
05.02.2022 07:00

Wo Bio-Anbau erfolgt, darüber müssen benachbarte Grundstücksbesitzer nun informiert werden. Eine Möglichkeit: direkt am Acker per Tafel. Etwa 1000 steirische Landwirte sind davon betroffen. Ein Schilderwald droht, zudem werden die Biobauern mit mehr Aufwand „bestraft“. Andere Lösungen werden daher gefordert.

Seit Anfang des Jahres müssen steirische Bauern ihre Biofelder bei ihren angrenzenden Nachbarn bekannt geben: Es soll damit Abstand zu Spritzmittel und Kunstdünger gehalten werden, damit Bio-Produkte davon verschont bleiben. So will es eine neue Vorgabe der Europäischen Union.

Momentan müssen entweder Infotafeln zwölf Monate lang aufgestellt oder Nachbarn per Brief oder Telefon benachrichtigt werden. 2023 soll das dann auch kontrolliert und sanktioniert werden. Schätzungsweise betrifft das über 10.000 Hektar steirische Ackerfläche von etwa 1000 Bio-Bauern in unserem Bundesland.

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Nun wird man auch noch dafür bestraft, dass man was besser macht. Warum muss ich meinen Nachbarn informieren, wenn jener Mittel einsetzt?

Heinz Köstenbauer

Allen voran wirft das für den Ackerbauberater von Bio Ernte Steiermark, Heinz Köstenbauer, die Frage auf, wieso die Verantwortung und der Aufwand bei den Biobauern liegen: „Man wird nun auch noch dafür bestraft, dass man etwas besser macht.“ Jeder Landwirt hätte selbst Sorge zu tragen, dass Spritzmittel auch am eigenen Grund bleiben.

Die Lösung, Felder mittels Beschilderung zu kennzeichnen, sei wenig zielführend und noch dazu aufwendig: „Viele Feldstücke grenzen an mehrere Nachbarn. Das bedeutet viele Tafeln.“ Die meisten wüssten aber ohnehin, wer nebenan was anbaut. Wenn man das allerdings nicht weiß, könnten sich die Nachforschungen schwierig gestalten.

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Viele Feldstücke grenzen an mehrere Nachbarn. Das bedeutet viele Tafeln.

Heinz Köstenbauer

Mausklick anstatt Schilderwald
Die neue Verordnung hätte schon hohe Wellen geschlagen. Viele Biobauern hoffen auf eine Erleichterung. Man steht am Anfang, noch bleibt Zeit für vernünftigere Alternativen: „Eine digitale Karte wäre beispielsweise denkbar. Die Agrar Markt Austria hat bereits Bioflächen digital erfasst“, berichtet Köstenbauer. Vonseiten des Ministeriums heißt es, dass man daran arbeite, eine solche bereitzustellen.

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