04.01.2022 06:00 |

Droht System-Kollaps?

Wiener Schule will Kinder ohne Test heimschicken

Die Nervosität vor der Rückkehr in die Schulen am 10. Jänner ist groß. Wie viele Kinder und Lehrer werden Omikron mit in die Klassen bringen, und droht bald ein System-Kollaps? Die große Hoffnung ruht darauf, dass alle Schüler zum Wochenende einen PCR-Test machen.

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Verpflichtend einfordern kann man einen Vorab-Test von den Familien aber nicht. Daher lautet der große Knackpunkt am Montag: Wie viele Schüler kommen mit einem gültigen PCR-Test zum Unterrichtsstart nach den Weihnachtsferien? Diese Woche soll kräftig die Werbetrommel für eigenständige Testungen am Wochenende gerührt werden. Viele Schulen haben die Eltern eindringlich ersucht, einen Gurgeltest zum Ferienende einzuplanen.

Verwirrung um Elternbrief
Spannend wird die Frage, ob eine Schule ein ungetestetes Kind vom Unterricht ausschließen darf, wie es etwa das BG Wasagasse am Alsergrund in ihrem Brief an die Eltern ankündigt: „Ein Schulbesuch ohne PCR-Test wird leider nicht möglich sein“, heißt es darin.

Aufsichtspflicht muss erfüllt sein
„Grundsätzlich haben die Schulen in ihrer Autonomie die Möglichkeit, Maßnahmen zu verschärfen. Schüler unter 14 ohne Test einfach heimzuschicken wird aber nicht möglich sein. Da geht es um die Aufsichtspflicht“, erklärt Wiens Bildungsdirektor Heinrich Himmer. So muss der Standort in diesem Fall die Eltern um Abholung ersuchen. „In der Regel machen alle Kinder, die am Montag kein Ergebnis vorweisen können, in der Klasse einen Nasenbohrertest und holen zudem den PCR-Test nach“, so Himmer.

Bildungsdirektor selbst in Omikron-Quarantäne
Der Bildungsdirektor ist derzeit selbst als K1 in Quarantäne. Seine Frau ist mit der neuen Variante infiziert, aufgrund der raschen Verbreitung rechnet auch er demnächst mit einem positiven Befund. Von daheim aus bereitet Himmer mit dem Bildungsministerium und Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (Neos) den brenzligen Schulstart nach den Weihnachtsferien am 10. Jänner vor. Der Fokus liegt auf den Vorab-Testungen: „Ein breiflächiges Testen vor dem Schulstart nach den Ferien verhindert Infektionsketten in den Schulen. Daher hoffe ich, dass möglichst viele Schüler vom Testangebot Gebrauch machen!“, erklärt Wiederkehr vor dem morgigen virtuellen Bildungsgipfel zwischen Bund und Ländern.

Gewerkschaft warnt vor Lehrer-Engpässen
Kritik kommt indes von der Österreichischen Lehrer/innen Initiative - Unabhängige Gewerkschaft, die drei verpflichtende Schul-PCR-Testungen pro Woche fordert. Deren Vize-Vorsitzender Hannes Grünbichler zur „Krone“: „Wenn sich etliche Lehrer gleichzeitig mit Omikron infizieren, wird aufgrund der vielen Krankenstände auch Distance Learning nicht mehr möglich sein. Ganz abgesehen von den Langzeitfolgen, wenn zehn Prozent der betroffenen Lehrer an Long Covid erkranken“, warnt Grünbichler vor drohenden Lehrerengpässen.

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