08.12.2021 06:00 |

Long-Covid-Betroffene:

„Tausende werden langfristig arbeitsunfähig sein“

Die 38-jährige Alexa Stephanou leidet seit 2020 an Long Covid. Ihr Alltag ist eingeschränkt durch Atembeschwerden, Erschöpfung, Tinnitus und ständiges Krankheitsgefühl. Gemeinsam mit weiteren Betroffenen kämpft die Wienerin um Rechte, Aufklärung und Forschung.

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„Das Quälendste ist, nicht zu wissen, wann und ob man wieder gesund wird“, beschreibt Alexa Stephanou ihre Situation und jene von Zigtausenden an Long Covid erkrankten Menschen in Österreich. Die 38-Jährige aus Wien-Leopoldstadt infizierte sich im März 2020 mit Corona, erkrankte - wie zehn Prozent der „Genesenen“ - infolge des Virus an Long Covid: „Bei mir äußert es sich in einer Mischung aus Atembeschwerden, Erschöpfung, Tinnitus und ständigem Krankheitsgefühl.“

Long Covid kann chronisch werden und in ME/CFS münden
Die Flugbegleiterin und Logopädin ist, auch aufgrund anfangs fehlender Behandlung, berufsunfähig. Mit Leidensgenossen kämpft sie im Verein „Long Covid Austria“ um Rechte, Aufklärung und Forschung: „Hier muss von ganz oben gehandelt werden. Die Tragweite ist nicht zu fassen. Tausende werden langfristig arbeitsunfähig sein.“ Am schlimmsten trifft es jene, bei denen Long Covid in Chronisches-Fatigue-Syndrom mündet. Bei dieser neuroimmunologischen Erkrankung führt schon leichte Anstrengung zu extremer Erschöpfung, schwer Betroffene sind pflegebedürftig.

Petition knackte Hürde fürs Parlament
Forschung zu dieser den meisten unbekannten Erkrankung ist in Österreich ein Stiefkind. Betroffene wie die Bäckerfamilie Ströck unterstützen eine Studie der MedUni Wien. Die von der „ME/CFS Hilfe Österreich“ eingereichte Petition erreichte mehr als 18.000 Unterschriften, wird nun im Parlament behandelt.

Hilfe für Betroffene

Deutschlands neuer Gesundheitsminister schlägt Alarm
Höchste Zeit, denn etwa in Deutschland gab es einen Paradigmenwechsel zu Long Covid und ME/CFS, die Thematik ist im Koalitionsvertrag verankert. Der neue Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) schlug Alarm, die Zahl der Patienten mit chronischer Erschöpfung könne sich verdoppeln: „Die Arbeitswelt wird dieses Krankheitsbild zu spüren bekommen!“

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Die Arbeitswelt wird dieses Krankheitsbild zu spüren bekommen!

Deutschlands neuer Gesundheitsminister Karl Lauterbach

Kein Sport, sondern strikte Schonung
Die Impfung schützt auch vor Long Covid. Knackpunkt ist die Behandlung: „Je früher man mit der richtigen Reha ansetzt, desto besser“, weiß Alexa Stephanou. Bewegungstherapie ist bei Long Covid kontraproduktiv, empfohlen wird nun strikte Schonung.

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