30.11.2021 11:45 |

Kritik auch von AK:

Vier Pfoten: AMA-Gütesiegel mehr Schein als Sein

Mit dem Slogan „Ich schau auf die Haltung, ganz genau“, bewirbt das AMA-Marketing seit Jahren erfolgreich das AMA-Gütesiegel bzw. ihre tierischen Produkte. 92 Prozent der Österreicher kennen das Siegel. 53 Prozent davon sind laut Umfrage der Meinung, es stehe für gentechnikfreie Fütterung, 48 Prozent subsumieren ausreichend Platz und Auslauf ins Freie für die Tiere. Dem ist aber nicht so, berichteten die Tierschutzorganisation Vier Pfoten und die Arbeiterkammer (AK).

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Eine Online-Befragung unter 1000 Österreichern ab 16 Jahren zeigt: Das Siegel ist zwar sehr bekannt, aber mit der Werbelinie werden bei Konsumenten Erwartungen an das Gütesiegel geweckt, die in Realität nicht erfüllt werden.

Jeder Fünfte achtet intensiv auf Siegel
Mehr als die Hälfte jener, die das Siegel kennen, gehen davon aus, dass AMA für Tierwohl steht und achten beim Einkauf darauf, jeder Fünfte sogar sehr intensiv. 53 Prozent der Menschen, die das Abzeichen kennen, meinen, dass Schweinefleisch mit AMA-Gütesiegel von einem Tier stammt, das gentechnikfreies Futter erhielt. Tatsächlich sei nach AMA-Kriterien gentechnisch verändertes Soja aus Lateinamerika als Futter in der Schweinezucht erlaubt.

Fast die Hälfte glaubt, dass Schweinen gemäß Siegel-Kriterien ausreichend Platz zur Verfügung steht und sie Auslauf ins Freie oder ständigen Zugang zu Frischluft haben. Tatsächlich garantieren erst freiwillige Zusatzmodule, wie etwa AMA +Tierwohl, derartige Standards.

Weiterentwicklungen des Gütesiegels angekündigt
Zwar habe die AMA-Marketing notwendige Weiterentwicklungen des Gütesiegels in der Schweinemast ab 2022 angekündigt, wobei das endgültige Aus für Vollspaltenböden in Schweinemastbetrieben erst bis Ende 2032 geplant sei. Davor gebe es nur minimale Verbesserungen bei dieser tierquälerischen Haltungsform. Außerdem sollen erst bis 2030 die Importe von Soja aus Übersee um 50 Prozent reduziert werden.

Die Österreicher würden sich hohe Tierwohlstandards auch etwas kosten lassen: Acht von zehn Befragten sind bereit, für solches Fleisch mehr zu bezahlen - 37 Prozent einen bis zu zehn Prozent höheren Preis, immerhin 27 Prozent sogar um bis zu 20 Prozent mehr, acht Prozent sogar fast ein Drittel mehr.

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