Dancing-Stars-Jurorin

„Im Ballroom war Liebe - das tut uns allen gut“

Mit dem Heiratsantrag durch ihren Freund sorgte Maria Santner für einen magischen Moment. Vor dem Finale der ORF-Show am Freitag sprach die „Dancing-Stars“-Jurorin über Familie, Disziplin und den Sport als Medizin.

Vor der Türe steht ein Tannenbaum aus Holz, drinnen ist die Weihnachtsbeleuchtung aufgehängt. In den zwei kleineren Sälen der Tanzschule Santner in Wels sind Kameras aufgebaut. „Wir machen von hier aus Online-Live-Stunden“, erzählt Maria Santner, die mit ihrem Bruder Christoph den Betrieb führt. Die 35-Jährige geht in den großen Saal, nimmt ihre Maske ab, legt Lippenstift auf und setzt sich zu einem Tisch.

„OÖ-Krone“:Frau Santner, am Freitag steigt das Finale der aktuellen „Dancing-Stars“-Staffel, Ihre erste, in der Sie durchgehend als Teil der Jury dabei waren. Welches Gefühl macht sich da bei Ihnen breit?
Maria Santner: Ich bin voller Vorfreude. Nach dem emotionalen Semifinale bin ich sicher, dass das Finale nur großes Kino werden kann.

Wie geht’s Ihnen direkt vor einer Sendung?
Eine gute Nervosität und eine Aufregung spür’ ich jedes Mal. Ich bin ja mit den Kandidaten aufgeregt. Die verbliebenen Teilnehmer trainieren derzeit zwischen sechs und zehn Stunden pro Tag. Es geht um was.

Der Jury-Job bringt auch viel Öffentlichkeit mit sich. Die Zuseher machen sich ein Bild. Wie gehen Sie mit deren Bewertungen um?
Wie genau die Menschen mitverfolgen, was ich trage und wie ich bewerte, damit hab’ ich ehrlich nicht gerechnet, auch wenn ich durch meinen kurzfristigen Einsatz in der vorletzten Staffel schon mitbekommen habe, wie sehr man im Fokus steht. Es gibt verschiedene Meinungen, das ist okay so. Man kann nicht Everybody’s Darling sein.

Vergangenen Freitag standen Sie im Mittelpunkt, als Sie Ihr Freund Marco mit einem Heiratsantrag live in der Show überraschte.
Ich hab echt null damit gerechnet, geglaubt, dass Marco mir mal in einigen Jahren einen Antrag macht. Aber es kam dann doch anders. Das war wirklich ein magischer Moment, mehr kann ich dazu gar nicht sagen.

„Liebe steht einfach über allem“, lautete die Botschaft, die Sie danach auf den sozialen Plattformen geteilt haben. Ist der Satz in Zeiten wie diesen wichtiger denn je?
Die letzten eineinhalb Jahre, die ganze Situation jetzt, das drückt uns allen aufs Gemüt. Vergangenen Freitag war Liebe im Ballroom - das tut uns allen so gut. Egal, was ist: Man schafft’s nur gemeinsam, es geht nur gemeinsam. Das sehen wir jetzt doch auch.

Sie haben Marco vor sieben Jahren bei „Dancing Stars“ kennengelernt, als Sie als Profitänzerin mit ihm teilgenommen haben. Wie oft tanzen Sie heute noch?
Selten, sehr selten. Marco ist als Arzt im Klinikum Wels voll eingeteilt. Außerdem sagt er, dass er bei ,Dancing Stars‘ in drei Monaten so viel getanzt hat, dass es für sein restliches Leben genügen muss. Das kann ich zwar eigentlich nicht akzeptieren, aber mein Leben ist ja auch so ein einziger Tanz.

Tanzen als Medizin?
Tanzen befreit, bringt auf andere Gedanken. Eine Sendung wie ,Dancing Stars‘ lässt mein Herz hüpfen.

Sie tanzen selbst seit dem sechsten Lebensjahr, wurden mit Ihrem Bruder als Paar Weltmeister im Wiener Walzer, holten einen Staatsmeistertitel. Was bedeuten Ihnen die Titel von früher?
In der Zeit, als ich Hochleistungssportlerin war, hat es nichts Wichtigeres gegeben. Heute sehen Christoph und ich diese Erfolge als Teil des Weges. Der Sport hat uns dorthin gebracht, wo wir heute sind. Unsere Tanzschule war ja auch schon zweimal für die Choreografie der Eröffnung des Opernballs verantwortlich. Das hat eine extreme Wertigkeit - auch für unseren Betrieb.

Spitzensport gilt als Lehrmeister. Was hat Ihnen das Tanzen mitgegeben?
Man lernt Ausdauer und wie wichtig es ist, an einer Sache dranzubleiben. Es geht nur mit Disziplin.

Haben Sie manchmal auch daran gedacht, die Tanzschuhe in ein Eck zu werfen und aufzuhören?
Solche Momente hat’s gegeben, aber wir haben uns immer gegenseitig motiviert, dranzubleiben.

Geschwister als Geschäftspartner. Wie funktioniert’s?
Wir haben uns im Training oft gerieben, aber jetzt funktioniert es umso besser. Offenbar haben wir als Sportler genug gestritten.

Wenn nicht Lockdown ist: Stehen Sie oft im Tanzsaal?
Wir haben ein super Team, aber Christoph und ich geben auch selbst viel Unterricht. Vor allem Christoph hat normal fast jeden Abend Stunden.

Wie sieht’s bei Ihnen mit Online-Live-Kursen aus?
Ab nächsten Dienstag biete ich abends unser Tanz-Workout namens LaBlast an. Vier Wochen lang gibt’s da einmal pro Woche für Einsteiger die Chance, reinzuschnuppern. Für Frauen, die Partner haben, die nicht gerne tanzen, ist das ideal.

Sie lachen viel, selbst in den herausfordernden Zeiten wie diesen. Woher nehmen Sie die Energie?
Das werd’ ich oft gefragt, aber ich hab’ echt keine Erklärung dafür. Ich hab’ das Fröhliche und Spontane in mir, ich bin einfach so.

Vielleicht haben Sie ja darauf eine Antwort: Wann wird denn nun geheiratet?‘
Wir haben beschlossen, dass wir das jetzt einmal wirken lassen. Dann machen wir uns in Ruhe Gedanken.

Barbara Kneidinger
Barbara Kneidinger
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Freitag, 03. Dezember 2021
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